Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 8.1933

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Das Tagungsbüro befindet sich vom 29. September, ab
15 Uhr, beim Verkehrsverein, am Bahnhofplatz. Wohnungs-
nachweis ebenfalls daselbst.

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Diejenigen Mitglieder, welche die Fragebogen noch

nicht ausgefüllt haben, bitten wir, dies umgehend zu tun.

Die Sendboten-Mannschaft der Stadt Dessau, die an der
Ostland-Treu-Fahrt teilnahm, überreichte dem Oberpräsidenten
von Ostpreußen eine Ehrenurkunde der Stadt Dessau, die von
dem Dessauer Grafiker Paul C r o n e, DWB, entworfen und
ausgeführt wurde.

Die vom Verdeutschungs-Unterausschuß des Deutschen Ver-
bandes technisch-wissenschaftlicher Vereine e. V. zusammen-
gestellte Liste „Verdeutschung technischer Fremd-
wörter" ist im Druck erschienen. Sie ist zum Preise von
0,10 R M. von der VDI-Buchhandlung, Berlin NW 7, Ingenieur-
haus, zu beziehen.

Ausstellungen

In den Berliner Ausstellungshallen am Funkturm findet vom
4. bis 19. November „Die Kamera", eine Ausstellung für
Fotografie, Druck und Reproduktion statt. Die Schirmherrschaft
hat Reichsminister Dr. Goebbels übernommen. Es sollen sowohl
die Berufsfotografen wie die Amateure ausstellen. Der Ge-
schichte der Fotografie und der Fotografie im Dienst von
Technik und Wissenschaft werden besondere Abteilungen ge-
widmet. Es ist eine wichtige Aufgabe der Ausstellung, zum
ersten Male eine klare Trennlinie zwischen Amateur und Fach-
mann auf dem Gebiete der Fotografie zu zeigen. Wie uns
der Leiter der Abteilung Berufsfotografie, unser Werkbund-
mitglied W. Niemann, darlegt, sieht er in der Arbeit des
Amateurs nicht eine Konkurrenz für den Fachmann. Die Arbeit
des Amateurs leistet sogar der Fachfotografie einen großen
Dienst, denn sie trägt mit dazu bei, in breitesten Schichten den
Sinn für die Werte der Fotografie zu wecken und zu schärfen.
Von unserer Einstellung aus müssen wir es besonders be-
grüßen, daß in den Fachabteilungen ein hoher Wert auf die
technische Qualität gelegt wird, um die werkliche Qualität
dieses höchst modernen Handwerks darzulegen. Es ist sicher-
lich zu erwarten, daß in der kommenden Zeit die Arbeit in den
Mußestunden einen erhöhten Wert erhält, ihr volks- und
menschenbildnerischer Wert wird immer mehr erkannt und sie
wird demzufolge immer stärker beachtet werden müssen.
Gerade deshalb ist es aber auch notwendig, daß sie gegen
das Handwerk deutlich sich abgrenzt. Wir, die wir in der
„Form" wiederholt auf diese Fragen hingewiesen haben, sehen
deshalb in der Ausstellung einen wichtigen Beitrag, der an
dem Beispiel eines einzigen Handwerks gezeigt werden soll.

Im Zusammenhang mit der Arbeit zur Vernichtung der
Klassengegensätze soll diese Einstellung den Arbeitsanteil
eines jeden Berufes und eines jeden Menschen an der Ge-
samtwirtschaft allen deutlich ins Bewußtsein zu hämmern. In
der Zusammenarbeit zwischen dem Fotografen und dem viel-
gliedrigen Organismus des Reproduktions- und Druckgewerbes
kann für diese Idee ein höchst sinnfälliges Beispiel gegeben
werden. Die einschlägigen Abteilungen der Deutschen Arbeits-
front sind daher an den Vorbereitungen und dem Aufbau der
Ausstellung maßgebend beteiligt.

Nicht zuletzt soll natürlich diese Schau auch eine Werbe-
schau für deutsche Qualitätsarbeit sein.

Wir wollen der Hoffnung Ausdruck geben, daß die Aus-
stellung endlich einmal in Berlin eine wirkliche Ausstellung

werden wird, die ihre Grundideen klar zum Ausdruck bringt.
All den Ausstellungen, die das Berliner Messeamt bisher ge-
macht hat, war der messeartige Charakter und die Orientierung
nach der Platzmiete so deutlich ins Gesicht geschrieben, daß
wir von Zeit zu Zeit deutlich Kritik üben mußten. Die letzte
Funkausstellung war ein erster Ansatz zur Ordnung und Be-
ruhigung.

Wir beabsichtigen anläßlich der Ausstellung ein Sonderheft
über Fotografie unter Verwendung des Ausstellungsmaterials
herauszubringen.

Essen: „Westfront 1933". Unter diesem Titel veranstaltet
die Landesleitung Nord-West des Kampfbundes für deutsche
Kultur unter der Schirmherrschaft von Reichsminister Dr. Goeb-
bels eine große Ausstellung rheinischer und westfälischer
Künstler, verbunden mit einer Sonderschau italienischer Kunst,
in der Ausstellungshalle V in Essen. Eröffnung am 15. Oktober,
Dauer bis 15. November.

Mailand, Triennale. Auf Grund des fortdauernden
Interesses, das die Ausstellung findet, ist sie bis zum 31. Oktober
d. J. verlängert worden.

Königsberg i. Pr.: Die Kunstsammlungen der Stadt
Königsberg/Pr. in Verbindung mit dem Kunstverein E. V. Königs-
berg/Pr. veranstalten im Krönungsgang des Königsberger
Schlosses für die Zeit vom 17. September bis 12. November
1933 eine Ausstellung: „Daniel Nicolaus Chodowiecki"
(1726—1801). Das Lebenswerk des Meisters ist zusammengestellt
aus der Chodowiecki-Sammlung Seiner Durchlaucht des Fürsten
Dohna-Schlobitten.

Dresden: Herbstausstellung 1933 des Sächsischen Kunst-
vereins zu Dresden, mit Sonderausstellung der Vereinigung
Schaffender Künstler e. V., Dresden.

Erfurt: Ausstellung des Vereins für Kunst und Kunst-
gewerbe: Die deutsche Landschaft, Teil I.

Wettbewerbe

Bildnisse des Reichskanzlers Adolf Hitler.
Der Frankfurter Kunstverein veranstaltete im laufenden Monat
als erste Veranstaltung dieser Art einen Wettbewerb zur Er-
langung von guten Bildnissen des Reichskanzlers innerhalb der
Frankfurter Künstlerschaft und zeigte die eingegangenen Ar-
beiten in einer Ausstellung, die als Anregung gedacht ist für
die Veranstaltung derartiger Wettbewerbe auch in anderen
Städten des Reiches. Die Absicht geht dahin, die Ergebnisse
solcher Wettbewerbe schließlich in einem Gesamtwettbewerb
in der Reichshauptstadt zu sammeln, aus dem dann von
offizieller Seite vorbildliche Darstellungen des Führers auszu-
wählen wären.

Internationaler Wettbewerb für Aluminium-
Sitzmöbel. (Vgl. „Form" Heft 6, S. 192.) Der Einlieferungs-
termin ist auf den 1. November d. J. verschoben worden. Es
v/ird außerdem aufmerksam gemacht, daß die Modelle an die
Pariser Anschrift eingesandt werden müssen, die in der Aus-
schreibung angegeben ist. Eine besondere Sammelstelle für
Deutschland besteht nicht.

Nachtrag zu Heft 8

Der Entwurf zu den auf Seite 242 abgebildeten Gegen-
ständen aus Preßglas (Hersteller: A.-G. für Glasfabrikation
vorm. Gebr. Hofmann, Bernsdorf, Oberlausitz) stammt von dem
Werkbundmitglied Richard S ü ß m u t h, Penzig in Schlesien.

Di1 uckfehlerberichtigung: Der Urheber der 3 Kelche,
die auf Seite 236 abgebildet wurden, heißt nicht Otto, sondern
Wolfgang Tümpel (Bielefeld).

Heft 3, März 1933 der „Form" (Textil-Sonderheft) wird vom Verlag zurückgekauft.
Angebote erbeten an die Auslieferung des Verlags Wendt & Matthes, Berlin SW 19, Grünstraße 4.

VERANTWORTLICHER SCHRIFTLEITER: DR. W. LÖTZ, BERLIN. — DRUCK UND VERLAG: WENDT & MATTHES, BERLIN SW 19, GRONSTRASSE 4.
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