Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 8.1933

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Haus des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes in Essen. Front an der Kronprinzenstraße mit Haupteingang. — Architekt Albert Hauschildt,
DWB, Hamburg.

Neubauten

des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes DHV

Der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband faßte vor
einigen Jahren den Beschluß, in allen größeren Orten Deutsch-
lands eigene Heime zu errichten, die der Zusammenfassung,
der Bildung und Geselligkeit der Mitglieder dienen sollten.
Dieser Beschluß leitete eine sehr umfangreiche Bautätigkeit
ein, denn der DHV umfaßt heute in seiner straffen, ständischen
Organisation über 400 000 Mitglieder in mehr als 1900 Orts-
gruppen. Zur Durchführung dieses großen Bauprogramms
wurde in Hamburg, dem Sitz der Hauptverwaltung des DHV,
ein Zentralbüro eingerichtet, an dessen Spitze Architekt Hau-
schildt berufen wurde. Die Entwürfe und Zeichnungen der
Bauten wurden zum größten Teil in diesem Büro ausgearbeitet.
Für die Bauleitung wurde in den meisten Fällen ein örtlich
ansässiger Architekt verpflichtet. Aber auch die Bearbeitung

einzelner Objekte wurde ortsansässigen Architekten in Zu-
sammenarbeit mit der Technischen Abteilung des Zentralbüros
übertragen. Die Zentralisation der riesigen Bauaufgabe, die
durch ihre Planmäßigkeit bedingt war, erfuhr dadurch eine
gesunde Auflockerung.

Da die Verwirklichung dieses großen Bauprogramms jetzt
einen vorläufigen Abschluß erreicht hat, kann man nun auch
die künstlerische Gesamtleistung überblicken. Sie verdient
beim DHV., der stets auch eine bestimmte kulturpolitische
Linie verfolgt hat, besondere Aufmerksamkeit, ganz besonders
in der heutigen Situation. „Der DHV ist seit seinem Bestehen
— also seit nahezu 40 Jahren — der Bannerträger des natio-
nalen Gedankens in der deutschen Arbeitnehmerschaft ge-

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