Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 4.1888-1889

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Denkmäler rc. — vermischte Nachrichten vom Nunstmarkt


Bayrilchr VberlLnderin. von K. G. Barth

Krakau einzusenden. Die Preise für die drei besten Arbeiten be-
tragen 2500, 1500 und 1000 fl., außerdem bleibt dem Preis -
richterkollegiuni der Ankauf weiterer Entwürfe Vorbehalten

Vermischte Nachrichten

— München. Über das Studium auf der Kömgl. Aka-
demie der Künste gehen uns von authentischer Seite folgende
Mitteilungen zu, durch deren Veröffentlichung wir vielleicht
manchem einen Dienst erweisen werden. Jeder Neueintretende
hat sich in der zweiten Woche des Monats Oktober, für
Heuer also zwischen dem 8. und 13. Oktober, unter Vorlage
von Arbeiten (Zeichnungen nach Gips und nach der Natur)
im Sekretariate der Akademie anzumelden. Am 15. Oktober,
wenn der Anmeldungstermin abgelaufen ist, kommen die sämt-
lichen Zeichnungen im Sitzungssaal, in welchem dieselben eine
Kommission von Professoren durchsieht und dann diejenigen be-
stimmt, welche die Aufnahmsprüfung mitmachen können resp.
dürfen. Hieraus folgt die Prüfung in einem oder in zwei Sälen,
je nach der Zahl, unter strenger Aufsicht. Aufgabe der Prüfung
wird: „Zeichnen eines männlichen oder weiblichen Kopfes in den
ersten drei Tagen und Zeichnen eines männlichen Aktes in den
andern drei Tagen nach lebenden Modellen." Nach diesen Prü-
fungsarbeiten bestimmt dann das akademische Kollegium die Auf-
nahme. Jene, welche die Prüfung nicht mitmachen dürfen, so-
wie jene, welche bei der Prüfung durchfallen, bekommen ihre ein-
gelieferten Arbeiten wieder zurück. Hospitanten und Damen gibt
es an der Akademie nicht. Die Aufnahmsgebühr ist 20 Btt.,
das Semestergeld ist 32 Mk. für Inländer und 62 Mk. für Aus-
länder, der Krankenhausbeitrag ist 3 Mk. Summa 55 Mk. für
den Inländer und 85 Mk. für den Ausländer, für alle übrigen
Semester 35 Mk. für den Inländer und 65 Mk. für den Aus-
länder. Für Verbrauch von aufgespanntem Papier, Kohle (d. i.
für Utensilien) darf man in der Naturklasse 60 Mk. pro Jahr

rechnen, in den Malschulen mit Farben rc. rc. 100 Mk. Nun
kommt Wohnung mindestens monatlich 15 Mk-, Kost 60 Mk. u. s. w.,
so daß sich die jährliche Ausgabe auf mindestens 1000 Mk. be-
ziffert. Es sind zu der Naturklasse vier Semester, zu der Mal-
schule vier Semester und zu der Komponierschule mindestens sechs
Semester notwendig, wenn überhaupt das Studium von Wert
sein soll; manche waren schon acht Jahre an der Akademie, es
kommt natürlich auf das Talent und auf den Fleiß an. Das
erste Semester beginnt immer in der zweiten Woche des Monats
Oktober und endet acht Tage vor Ostern. Das zweite Semester
beginnt immer 8 Tage nach Ostern und endet Ende Juli jeden
Jahres. Vormittag von 8—12 Uhr wird gezeichnet und in den
Malschulen gemalt, Nachmittags sind die Vorlesungen über Per-
spektive, Anatomie, Architektur, Kunstgeschichte und allgenieine
Geschichte. Abends von 5—7 Uhr findet Aktzeichnen in zwei
Aktsälen mit der Korrektur von zwei eigens dazu bestimmten
Herren während des ganzen ersten Semesters (Wintersemesters)
statt. Ein Ausenthalt von einem Semester hat keinen Wert.
Die Malschule wenigstens muß unbedingt durchgemacht werden.

Vom Kunstmarkt

— München. Bei der Versteigerung der Gräflich Salm-
Reifferscheidschen Gemäldesammlung, welche, wie bereits S- 380
erwähnt, durch die Fleischmannsche Hofkunsthandlung am
11. September erfolgte, wurden u. a. folgende Preise erzielt:
C. Troyon „Weidendes Vieh" 22,700 Mk. (Städelsches Institut
in Frankfurt a. M.), A. Achenbach „Schloß Dhck am Rhein"
13,000 Mk. (Graf Thun in Prag), A. Calame „Lauf des
Reichenbach im Kanton Bern" 11,300 Mk. (Bankier Mendels-
sohn in Berlin), desselben „Umgebung von Brunnen mit dem
Vierwaldstätter See" 7600 Mk. (Züricher Museum), A. von Petten-
kofen „Slovakisches Fuhrwerk" 3500 Mk. (Sedetmeier, Paris),
H. Gude „Norwegische Küste" 5050 Mk. (Leipziger Museum),
desselben „St. Wolsgangsee mit dem Schasberg" 2110 Mk.,
M. Diaz „An einem Felsen ruhende Nymphe mit Amoretten
und einem Hunde" 5100 Mk., Ad. Lier „Dorflandschast in
Mittagsstimmung" 6100 Mk., O. Achenbach „Villa Torlonia"
7200 Mk. (Baron Königswarter, Wien), Ed. Schleich „Nord-
deutsche Flachlandschast" 2060 Mk., desselben „Jsarlandschaft
bei bewölktem Himmel" 2500 Mk., desselben „Jsaraueu bei Mün-
chen" 5200 Mk., C. Hoguet „Sturmbewegte See mit großen
Schiffen" 3100 Mk. (Prager Galerie), Heinr. Zügel „Große
Schafherde am Waldessaum" 1950 Mk. (Leipziger Museum), Ed.-
Hildebraudt „Jerusalem" 6910 Mk. (Barou Königswarter),
E. F. Lessing „Föhrenwaldung mit Kohlenmeiler" 8000 Mk.
(Meiner, Leipzig), Gabr. Max „Die Pfändung" 3100 Mk.,
P. Marhilat „Am Waldessaum" 2350 Mk. (Bernheim, Paris),
C. Troyon „Holzfällende Bauern" 3300 Btt., desselben „Wald-
landschast mit Wasserfall" 2300 Alk., H. Canon „Brustbild eines
jungen Weibes" 2150 Mk (Leo Lehmann), Eni. von Marcke
„Reiche Landschaft mit großen Tieren im Wasser" 10,100 Btt.
(Melean, London), A. Achenbach „WaldinnereS mit hervvr-
stürzendem Waldbach" 27,100 Mk. (Baron von Königswarter in
Wien), desselben „Großstämmiger Fichtenwald" 9800 Btt.
(Morschhäuser, Düsseldorf), C. Troyon „Kuh und Hund in einer
Landschaft" 7500 Btt., Jules Dupre „Landschaft mit Regen-
sliminung" 8600 Mk. (Tedesco, Paris), A. Achenbach „Manne,
reichstaffierte Strandpartie mit einer Anzahl Schiffe im Vorder-
gründe" 8100 Mk. (Galerie in Prag), O. Achenbach »Uocca
cki 1Mxn< 6300 Mk., Gabriel Max „Mephisto in den Kleidern
des Faust" 1500 Mk-, Benj. Vautier „Das Begräbnis" 13,500 Btt.,
(Passavant, Basel), Vettel „Ungarische Landschast"2000 Mk., (Sedet-
meier, Paris) Fr. von Desregger „Die Puppe, Familienszene
in einer Sennhütte" 11,100 Mk. (Prager Galerie). — Der
Gesammterlös aus der 105 Nummern umfassenden Sammlung
beläuft sich auf 335,000 Mk. Einen wesentlichen Anteil an diesem
über Erwartung gutein Erfolge hat die geschickte Jnscenesetzung
der Auktion seitens der Fleischmannschen Hofkunsthandluiig,
die es in der Thal verstanden hat, die Aufmerksamkeit der hervor-
ragendsten Kunstfreunde am 10. September auf München zu lenken.

Rcdalitionsschluk 15. September — Ausgabe 28. September

Undalt des ersten Heftes: e erN Fr. Pecht. Die Münchener Aus-

stellungen von idSS — K. Raupp. Auf Frauenchiemsee — I. V. Widmann.

Der Gorilla — Kunstnotizen. -c. — Kitderbcilagen: Fr. A. von Kauibach,

Quartett — Ferdinand Seiler, Kaiser Wilhelm, der siegreiche Gründer

des Deutschen Reiches tDoppeiditd) — Fritz von Uhde, Bergpredigt.

Für die Redaktion verantwortlich: Fritz Schwartz — Druck der Bruckmann'schen Buchdruckerei in München
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