Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 4.1888-1889

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Personal- und Ateliernachrichten — Ausstellungen, Sammlungen rc. — vermischte Nachrichten

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Hungrige Grsrllschafk. von w. Diez

dort, wo er den Tod gefunden hat, errichtet werden. Der deutsche
Kaiser hat dem Denkmalfonds die Summe von 2500 Mk. zu-
gewandt.

— Berlin. Am 16. Dezember wurde zu Berlin ein
dem Andenken des vr. Loewe-Kalbe gewidmetes Denkmal ent-
hüllt, dessen Büste von Professor Lürssen modelliert worden ist.

— Berlin. Das Preisausschreiben zur Einreichung von
Entwürfen für das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal soll Ende
Januar 1889 erlassen werden.

n Altenburg. Zu einem Landes-Denkmal für Kaiser
Wilhelm I. hat der Landtag einen Beitrag von 20 000 Mk. be-
willigt.

— Wörth. Für Wörth ist die Errichtung eines Kaiser
Friedrich-Denkmals geplant, zu dessen Fonds der kaiserliche Statt-
halter 5000 Mk. gespendet hat.

Vennischle Nachrichten

— Ist bei der seitens des Urhebers,7
erfolgten Abtretung eines Vervielfäl-ts
tigungs- oder Nachbildungsrechts das
Recht der Weiterveräußerung ausge-
schlossen, wenn sie nicht ausdrücklich zu-
gestanden ist? Diese Frage läßt sich nach der Ent-
scheidung des II. Strafsenats des Reichsgerichts vom
6. April 1888 allgemein weder bejahen noch ver-
neinen; vielmehr kann sie je nach Lage des Falls
verschieden beantwortet werden. Hiernach ist die
Weiterveräußerung verboten, wenn das Recht seiner
Natur noch an die Person des Inhabers ge-
bunden ist, z. B. wenn der Urheber eines Kunst-
werkes ein Interesse daran hat, bei Übertragung
des Nachbildungsrcchtes die Weiterveräußerung aus-
zuschließen, weil er von schlechten Nachbildungen
eine Schädigung seines künstlerischen Rufes zu be-
sorgen hat. Dies Interesse wird hervortreten, wenn
ein Maler einem berühmten Kupferstecher die Nach-
bildung eines Gemäldes mittels des Grabstichels
überträgt. In solchem Falle wird schon aus der
Persönlichkeit des Erwerbers eine Vermutung für
die Annahme zu finden sein, daß das Nachbildungs-
recht an seiner Person haften soll. Ebenso ist
die Weilerveräußerung verboten, wenn sie durch
Vertrag bei der Übertragung ausgeschlossen ist.
Allein diese Fälle sind selten und bilden die Ausnahme. Im Ver-
kehre des Verlages wird die Übertragbarkeit die Regel sein.
Nach den vier Urhebergesetzen ist das Urheberrecht nicht aus-
drücklich an die Person gebunden und nach den allgemeinen
Rechtsvorschriften ist die Weiterveräußerung von Vervielfäl-
itgungs- und Nachbildungsrechten regelmäßig in demselben Um-
fange zulässig, wie es bezüglich aller übrigen Vermögensrechte
der Fall ist. Wer einen Ausnahmefall behauptet, hat ihn zu
beweisen. „Ergibt sich aus dem Vertrag, durch welchem der Ur-
heber sein Recht abgetreten hat, oder aus sonstigen lünständen
nicht ein ausreichender Anhalt für die Annahme, daß nach dem
Willen des Urhebers das übertragene Recht an die Person des
Erwerbers gebunden sein soll, so ist die Zustimmung des Ur-
hebers zur Weiterveräußerung nicht erforderlich."

— Paris. Gelegentlich der Einweihung eines Denkmales
für den Doktor Dupleix, der im 16. Jahrhundert die Idee eines

— London. Zur Erinnerung an das 50 jährige Re-
gierungs-Jubiläum der Königin Viktoria will der Stadtteil Ken-
sington vor dem Kensington-Palast eine Statue der Königin er-
richten lassen, welche von der Prinzessin Luise modelliert
worden ist.

— Krefeld. Die Stadt Krefeld beabsichtigt das Andenken
der beiden ersten deutschen Kaiser durch Errichtung eines Kaiser
Wilhelm-Friedrich-Museum zu ehren. Die eingeleiteten frei-
willigen Sammlungen haben bereits die Summe von 344,500 Mk.
ergeben.

— Zum Andenken an den 1815 bei Quatrebras gefallenen
Herzog'Friedrich Wilhelm von Braunschweig wird ein Denkmal

Ausstellungen, Sammlungen elr.

Hs Prag. Emanuel Liskas Gemälde „Die Opfer des
Kaisers Maximian" ist in Prag, wo es auf der Sophieninsel
ausgestellt war, durch ein Brandunglück schwer beschädigt worden.
Die schlecht fungierende elektrische Beleuchtung entzündete durch
Funkensprühen der Kohlenspitzen eine Draperie, welche brennend
dicht am Bilde niederfiel. Dieses geriet gleichfalls in Brand
und weist drei große Risse auf. Die Figur des Kaisers ist
gänzlich verschwunden. Das Gemälde war mit zehntausend Gulden
versichert.

— Berlin. Die Schultesche Kunsthandlung in Berlin
hat eine Sonderausstellung des von München her
wohlbekannten italienischen Malers Marius de
Maria veranstaltet.

— London. Für London wird eine Spezial-
Ausstellung Münchener Kunst geplant, welche in
dem Olympia-Etablissement (Kensington) noch diesen
Winter eröffnet werden und vermutlich bis in den
Sommer hinein währen soll. Das Protektorat
über die Ausstellung hat I. K. H. Luise Herzogin
von Kent übernommen.

— Berlin. Die Königliche Akademie der
Künste gibt bekannt, daß auch für das Jahr 1889
von August—Oktober eine internationale akademische
Kunstausstellung im Landespalast am Lehrter Bahn-
hof stattfinden solle.

— Die Ausstellung des schweizerischen Kunst-
vereins beginnt ihren diesjährigen Turnus bereits
im Monat März. Derselbe nimmt seinen Anfang
in Basel, um dann nachdem Winterthur, St. Gallen,
Glarus, Schaffhausen und Zürich besucht worden
ist, in Konstanz geschloffen zu werden.
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