Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 17.1919

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W. BENDZ, INTERIEUR MIT SELBSTBILDNIS

DIE DÄNISCHE MALEREI DES NEUNZEHNTEN JAHRHUNDERTS

IM RAHMEN DER HIRSCHSPRUNG-SAMMLUNG IN KOPENHAGEN

VON

CHARLOTTE WEIGERT

In der Kunstskandinaviens bietet allein die dänische
Malerei des neunzehnten Jahrhunderts ein selb-
ständiges, einheitliches Entwicklungsbild. Ihre
Wurzeln liegen tief im Nationalen. Die dänische
Natur und der dänische Mensch begünstigen ihre
Eigenart, die in ihrer vornehmen, intimen, ein-
fachen Geschlossenheit das Zeichen alter bürger-
licher Kultur trägt und, in ihrem malerischen, Licht
und Luft spiegelndem Reize, die Schönheit dänischer
Landschaft wiedergiebt. Wer das erste Mal dänische
Kunst sieht, besonders der ersten, glücklichen Jahr-

zehnte des Jahrhunderts, muss erstaunen über die
Fähigkeit an Beobachtung, über die Wärme und
Intimität der Auffassung, die an das siebenzehnte
Jahrhundert in Holland erinnern, und zugleich über
die koloristischen Wunder, die vor Frankreich uns
den „Impressionismus" entdecken lassen.

Kopenhagen ist reich an öffentlichen und pri-
vaten Sammlungen, denn der Däne liebt seine Kunst
und hält sie beisammen. Daher giebt es auch wenig
Gelegenheit, sich jenseits der Grenzen Dänemarks
einen Begriff von seiner Malerei zu bilden. Eine der

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