Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 17.1919

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REMBRANDT, AUSSENSEITE DES WALLS BEI DEM ST. ANTHONIESTHOR.

ZEICHNUNG, SAMMLUNG J. P. HESÜLTINE

MIT REMBRANDT IN AMSTERDAM

VON

FRITZ LUGT
DEUTSCH VON ERICH HANCKE

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Trug unsere vorige Wanderung* längs der sich
schlängelnden Amstel mit ihren beschatteten
Plätzchen einen intimen Charakter, so soll uns jetzt
ein Streifzug in anderer Richtung über einen hohen
Deich führen, wo ein belebender Seewind uns er-
frischt.

Um die natürliche Beschaffenheit unserer Um-
gebung gut zu verstehen, müssen wir uns von der
Lage und dem Ursprung des zu beschreitenden
Deiches Rechenschaft geben. Thatsächlich wohnte
Rembrandt in der St. Anthoniesbreestraat an eben

* Ein Kapitel aus dein eigenartigen, aufschlussreichen Buch
eines Holländers, das in deutscher Übersetzung im Verlag
Bruno Cassirer erscheinen wird.

diesem Deiche, dessen Charakter wir erst vor dem
Thor im Gegensatz zu dem tiefer gelegenen Land
erkennen werden. Der Deich dürfte aller Wahr-
scheinlichkeit nach älter sein als die Stadt Amster-
dam; denn er bildet einen unentbehrlichen Schutz
gegen die unruhige Zuidersee und das offene Ywasser.
Von der Vecht, bei Muiden, läuft er ohne Unter-
brechung bis Amsterdam, tritt dort zu Rembrandts
Zeit durch die St. Anthoniespoort in die Stadt ein,
setzt sich in der Si. Anthoniesbreestraat fort (1435
wird bereits die St. Anthoniessluis, bei Rembrandts
Haus, genannt), geht dann über den Nieuwmarkt
(die ältere St. Anthoniespoort) und weiterhin in
Windungen über Zeedijk (dessen Name deutlich

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