Donath, Adolph [Editor]
Der Kunstwanderer: Zeitschrift für alte und neue Kunst, für Kunstmarkt und Sammelwesen — 4./​5.1922/​23

Page: 103
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der Casa Bartholdy. Diese, sowie sämtliche Fresken
der Casa B, sind ktirzlich von der Wand genommen
u. (soviel ich weiß!) in der National Gallerie zu Ber-
lin aufgestellt worden.

1, Jacob wie ihm das blutige Kleid des Joseph ge-
bracht wird,

2, Joseph deutet im Gefängniß dem Kämmerer die
Träume.

Aus Rom zurückgekehrt, malte er für den Pla-
fond des Prosceniums im Schauspielhause zu Berlin
ein Bacchanal (auf Leinewand), für die Garnison-
kirche in Potsdam eine Anbetung der Hirten. Viele
Bildniße, unter denen das Bildniß der Fr. Fürstin
Liegnitz, der Erbprinzeßin von Mecklenburg, beson-
ders aber der Prinzessin Wilhelm von Preußen, geb.
Prz. von Heßen, mit ihren zwei Söhnen, Adalbert u.
Waldemar. 1826 siedelte er nach Diisseldorf über,
um das Direktorat der dortigen Kunstakademie zu
übernehmen. Dort entstanden für die Werder’sche
Kirche in Berlin die 4 Evangelisten, für Frankfurt
a. Main die klugen u. thörichten Jungfrauen, der
Brunnen des Lebens für den König von Preußen, für
das Justizgebäude in Düsseldorf (sein letztes Werk):
Himmel, Fegefeuer u. Hölle. Außerdem eine größere
Anzahl von Bildnißen, unter denen das Immermaftns.

Felix Schadow (aus zweiter Ehe Gottfried
Schadows) ist geb. zu Berlin 21. Juni 1819 gest. eben-
daselbst 25. Juni 1861. Er machte seine ersten Studien
in Dresden, wo mehrere Bildniße u. kleinere histor.
Bilder entstanden. In Berlin malte er mit anderen
Künstlern an den Fresken nacli Schinkels Entwürfen
unter Cornelius Leitung im Museum zu Berlin. Dann

folgten noch Bildniße u. einige Genrebilder u. die
Ausführung eines Frieses im Schadow-Hause, Scha-
dowstr. 11, nach Entwürfen von mir.

Indem ich Sie bitte die Unreinlichkeit dieser
Zeilen zu entschuldigen

Hochachtungsvoll u. ergebenst
Dr. E. Bendemann.

Meine Schwägerin Fr. Eug. Schadow ist nicht
mehr hier, ich glaube aber das Nothwendige aus
eigner Kenntniß u. der meiner Frau geben zu können.
Ihre Empfehlnngen werde ich schriftlich ausrichten.

Eduard Bendemann hatte damals nach dem Kata-
loge die historische Abteilung mit folgenden Arbeiten
beschickt:

Jeremias auf den Trümmern von Jerusalem (gemalt
1855, im Besitz des Kaisers).

Entwürfe zu den Wandgemälden im Dresdener
Schlosse (1838).

Nausikaa (1835 [?]; im Besitz des Kaisers).

Bildnis der Frau Geh.-Rat Bendemann (1837; Privat-
besitz).

Bildnis der Frau Bendemann (1828; im Besitz des
Prof. Ed. Bendemann).

Wer in der Lage ist, sich der Jubiläums-Kunst-
ausstellung voin Jahre 1886 zu erinnern, wird ihr wohl
bis heute ein gutes Andenken bewahrt haben: im
Gegensatze zu mancher modernen, viel belaufenen Aus-
stellung bot sie sicherlich ein erfreuliches Bild.

Eduard Bendemann
Petrarca neben einer abgebrochenen
Säule sitzend, in den Wolken die
thronende Madonna, ihr zur Linken
Dante und Beatrice, rechts Laura mit
einem Engel. Im Hintergrund eine
Bergkette.

Originalaquarell. 21/18 cm.
Auktion bei Holistein & Puppel, Berlin

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