Donath, Adolph [Editor]
Der Kunstwanderer: Zeitschrift für alte und neue Kunst, für Kunstmarkt und Sammelwesen — 4./​5.1922/​23

Page: 315
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Aus det? }viufeumsu)e(t.

Bcp(in,

Dic S t a a 11 i c h e n M u s e e n veranstalten vom 5. bis
11. April aus Anlaß des Archäologischen Ferienkursus
fiir Lehrer und Lehrerinnen höherer Lehranstalten folgende V o r -
träge, zum Teil mit Lichtbildern:

1. 5. April, 7'W Uhr abends, Kustos Dr. Scharff: Häusliches Leben
im alten Ägypten. Ort: Hörsaal des Kunstgewerbemuseums,
Prinz Albrechtstraße 7 a.

2. 6. April, 7‘/a Uhr abends, Kustos Dr. Andrac: Wohnhaus und
Geräte in Assur und Babylon. Ort: wie zu 1.

3. 7. April, l'ln Uhr abends, Geheimrat Dr. Wiegand: Das grie-
chisclic Wohnhaus und seine Einrichtung. Ort: Hörsaal des
Museums für Völkerkunde, Königgrätzerstraße 120.

4. 9. April, 7'W Uhr abends, Kustos Dr. Köster: Schiffc und Schiff-
fahrt im Altertum. Ort: wie zu I.

5. 10. April, 7'W Uhr abends, Gclieimrat Prof. Dr. Wilcken: Ar-
chäologische Ergebnisse dcr Papyrusforsclmng. Ort: wie zu 1.

6. 11. April, 7'l'2 Uhr abends, Oberstudiendirektor Dr. Goldbeck:
Das antike Weltbild. Ort: wie zu 1.

Es haben in beschränktem Umfang auch Personen Zutritt, die
nicht am Kursus teiinehmen, gegen Lösung von Eintrittskarten zu
je 500 M. (die ganze Reihe 2500 M.). Eintrittskarten für die ganze
Rcihe sowie fiir Einzelvorträge sind vom 29. März 1923 ab beim
Kastellan dcs Alten Museums am Lustgarten, und fiir Einzelvor-
trägc auch an dem betreffenden Saaleingang eine halbe Stnnde vor
Beginn des Vortrags zu haben.

*

Vom 19. März d. J. ab sind das Alte und Neue Mu-
s e u m , sowie die prähistorische Abteilung (im alten Kunstge-
werbemuseum): Montags, das Kaiser-Friedrich-Museum
und das Museum für Völkerkunde: Dienstags und das
Zeughaus : Sonnabends fiir den Besuch des Publikums ge-
schlossen.

Dansig.

Die Kunstforschende Gesellschaft Danzig
zeigt soeben in einer Ausstellung im Stadtmuseum „ D i e E n t -
wicklung des Danziger Stadtbildes“. Museum,
Staatsarchiv, Stadtbibliothek und Private haben in erfreulicher
Fülle das Bildmaterial geliefert, das einen umfassender. Übcrblick
nicht nur über den Werdegang des Stadtganzen vermittclt, sondern
aucli in Zeichnungen und Aquarellen Bauwerke vorfiihrt, die heute
nicht mehr vorhanden sind. Zeitlich wird die Ausstellung durch
eine etwa 1520 entstandene aquarellierte Zeichnung der Befestigung
der Altstadt und durch Bilder aus der Zeit der Niederlegung der
Wälle in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts be-
grenzt. Als ästhetisch besonders reizvoll sind die um 1760 mit der
Feder gezeichneten Ansichten von F. A. Lohrmann, nach denen
Matth. Deisch seine Blätter stach, ferner die um die Mitte des
19. Jahrhunderts entstandenen Zeichnungen des Danziger Maler-
radierers J. C. Schultz hervorzuheben.

Nach einem einleitenden Vortrag von Staatsarchivar
Dr. K e y s e r wurde die Ausstellung durch Museumsdirektor
Dr. Mannowsky, in dessen Händen die Zusammenstellung
lag, vor kurzem eröffnet.

Jvtüncben.

Um die Jahreswende wurde durch eine Ausstellung von
Blättern Max S 1 e v o g t s , die zum großen Teil in selten schönen
Exemplaren vorlagen, die ragende Bedeutung dieses Künstlers
sehr glücklich zur Sprache gebracht. Vielleicht das stärkste Er-
lebnis dabei, an vorzüglichen Probedrucken des „Hektor“ immer
tiefer zu empfinden, wie klassisch diese Lithographien sind, wie
zündend die antike Erzählung auf eine impressionstische, moderne
Form gebracht ist, wie bei der Aufgelöstheit der zeichnenden Über-
setzung doch alles herrisch lebt, antikisch dasteht. Gleichfalls in

Probedrucken sah man „Die tapferen 10 000“ und „Die Inseln Wak-
Wak“ nebst ciner Spruchunirahmung, die in der Buchausgabe nicht
zur Verwendung gelangte. Weiterhin waren aufgelegt — um nür
das Wichtigste zu nennen — die „7 kleinc Grotesken“, „Kinder-
lieder, Tierfabeln und Märchen“ (in Holz geschnitten von O. Ban-
gemann) und „Mozarts Don Juan“ (Holzschnitte von Reinh.
Hoberg). Eine größere Anzahl von Einzelblättern gab der Über-
sicht die erwünschte Abrundung.

Die im Pfeilersaa! danti folgende Ausstellung wurde mit der
Absicht veranstaltet, den aus dem Lehramt an der Kunstakademie
geschiedenen Altmeister der Radierung Peter v o n H a 1 m erneut
unserer Verehrung und Dankbarkeit zu versichern. Aber noch
während man ihn so feierte, schlicht, ehrlich, durch seine eigenen
köstlichen Schöpfungen, ist er stille eingegangen in die große
Vollendung. VoIIendung — die hatte er ja immer angestrebt mit
völligem Einsatz und rastlosem Bemühen und echter Künstler-
sehnsucht. Wieviel Peter von Halm dadurch der deutschen Kunst
gegeben hat, wird erst in späterer Zeit vollauf gewürdigt werden;
daß es sehr viel ist, unterliegt schon heute keinem Zweifel. (Vgl.
den Nachruf von Wilhelm von Bode im 2. Februarheft des
„Kunstwanderers“).

Im westlichen Saal wurde eine II. Serie aus den vom B a y e r.
Nationalmuseum abgegebenen Zeichnungen alter
Meister vorgelegt. Auf einige noch anonyme niederländische
Federzeichnungen aus dein 13. bezw. 16. Jahrhundert folgten
ebenso bemerkenswerte Arbeiten von Pieter Cornelisz, Paul Bril,
Jan Brueghel d. Ä. (?), aus dem Kreise des Pieter Coecke van
Aelst, Blätter von Aerdt Ortkens (?), Jacob de Gheyn und Pieter
Holsteyn d. J. Eine aquarellierte Federzeichnung von Hendrik
Averkamp, die einen aucli kostümgeschichtlich interessanten Eis-
lauf darstellt, gewinnt noch dadurch an Wert, daß sie als Entwurf
fiir ein Gemälde (früher Samrnlung Stumpf, Berlin) anzusehen ist,
wie auch ein Blatt von Joach. van Uytewael-Eris, den Apfel der
Zwietracht unter die Götter werfend — teilweise für das Münchner
Ölbildchen (Pinakothekkatalog von 1898, Nr. 3(14) benutzt wurde.
Von Etienne Delaune sah man sehr schöne Entwürfe für eine
Pulverflasche. Deutschland war u. a. durch folgende Künstler ver-
treten: Joh. Christoph Storer, Joh. Just. Preisler, Gg. Phil. Rugen-
das d. Ä., Joli. Bapt. Zimmermann, Joseph Lander, Sim. Warn-
berger, Jos. Gg. Winter, Ferd. Schießl, Joh. Kasp. Eder, Jos. Frz.
v. Goez, Joh. Micli. Mettenleiter, Barth. Ign. Weiß, Friedr. Christian
(?) Kriiger, Wilh. Kobell, Albrecht Adam. Die bunte Reichhaltig-
keit der Ausstellung, deren sämtliche Stiicke hier nicht aufgezählt
werden können, hinterließ wohl bei vielen Besuchern neben der
Freude über vieles Qualitätsvolle, das nun mit dem wissenschaft-
lichen Apparat der Graphischen Sammlung besser denn früher
studiert werden kann, den neuerdings anspornenden Eindruck,
daß durch eine hingebende, den strebenden Bemühungen des
Künstlers adäquate kunsthistorische Einzelforschung so manches
zu erarbeiten ist, das neue Aufschliisse bringt ebenso sehr für eine

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