Donath, Adolph [Editor]
Der Kunstwanderer: Zeitschrift für alte und neue Kunst, für Kunstmarkt und Sammelwesen — 4./​5.1922/​23

Page: 376
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No. fl.

770. Italienischer Kabinetschrank, sogenannter „Stipo“,
Ebenholz mit Mosaikdarstellungen von Vögeln und
Blumen .1 100

773—774. Zehn Stiihle, Eiche und Mahagoni, mit Tapisserie-
bezug (petit point); Stil Ludwigs XV. — 774. Tisch
auf drei Füßen; XVII. Jahrhundert

775. Großcr Wandschirm; tapisserie au petit point; Stil

Ludwigs XIV.

776. Zwei Kissen, gleiche Tapisseriearbeit; XVII. Jahrh.

777. Kleincr Wandschirm, Seidenstickerei; XVIII. Jahrli.

die fünf Nummern zusammmen: 3 500

779. Tisch aus Rosenholz, Marquetcriearbeit; Stil Lud-

wigs XVI. .575

780. Toilettctisch „Poudreus.e“, Rosenholz, Marqueterie-

arbeit; Stil Ludwigs XVI.525

781. Lehnstuhl aus Nußbaum; Stii Ludwigs XIVr. . . . 700

788. Sechs Stiilile, Nußbaum; XVII. Jahrh.i 500

(Schluß folgt.)

Kun{faus{leUungerL

Beclm.

Die Akademie der Künste sucht in ihrer Frühjahrs-
ausstellung nicht nur alle ,,die Prominenten“ zu vereinen, sondern
auch alle jene älteren und jüngsten Kräfte, die über den Durch-
schnitt emporragen. Das ist gewiß dankenswert, daß Liebermann
sich darum bemüht, diesen Plan durchzuführen, aber es gibt dabei
doch immerhin manches, das ihm vorläufig noch nicht gegliickt
scheint. Wenn man zum Beispiel Slevogt ein eigenes Kabinett
einräumt, Munch einen eigenen Saal (sie beide verdienen, bei
Gott, diese Ehrung), Karl Hofer einen ganzen Saal; obgleich
Hofer trotz seiner kunstgewerblich-malerischen Tüchtigkeit kein
Wegweiser ist — warum ist dann ein Lovis C o r i n t h , der ge-
rade in seiner neuesten Epoche eine künstlerische Wucht sonder-
glcichen zeigt, bloß mit drei Bildern vertreten und warum felilt
Lesser U r y überhaupt? Die Akademie wolltc sich offenbar keine
Ablehnung holen; s&nst hätte Ury, dessen bedeutsame Stellung in
der Entwicklungsgeschichte der modernen deutschen Malerei
weder zu leugnen noch zu stürzen ist, zumindest den gleichen
Raum bekommen müssen wie Slevogt usw. Aber vielleicht will
das die Akademie ein andermal nachholen. Liebermann ist ja so
fabelhaft klug, daß man ihm solches Beginnen schon zutrauen kann.

Über M u n c h habe ich ausführlicher geschrieben, als
Cassirer seine große Ausstellung machte. Daß aber heute in der
Akademie auch sein Walter Rathenau-Bildnis hängt, ist besonders
zu begriißen. Rathenau hielt große Stiicke auf dieses Bild. Als
er mir vor zwei Jahren in der Viktoriastraße die Bilderschätze
seiner Familie zeigte (Liebermann, Ury, Khnopff u. a.), stand er
ganz stolz vor diesem seinem Munch’schen „Konterfei“, das ihn
in so ungezwungener Haltung darstellt. Übrigens sind aucli
S 1 e v o g t s Bildnisse von Dernburg und Carl Fiirstenberg, neben
Liebermanns hö.chst eindrucksvollem Selbstporträt in der
ersten Linie der Akademiestücke. Aber das Bild der Bilder ist hier
fiir micli Corinths „Winter am Walchensee“, diese köstliche
Verkörperung vibrierender Naturpoesie.

Sonst ist freilich die Aussteliung, bis auf ctliche Ausnalimen,
nicht darnach, daß sie uns tiefergehen könnte, aber wir wollen
doch Saai um Saal durchgehen, um das zu notieren, was iiber die
Menge an Mittelgut kiinstlcrisch hinausstrebt. Da ist die Gedäclit-
nisausstellung Hans Looschen (man lfennt seine Art), da ist
ein schlichtes Bildnis von Felix Meseck, eine farbensatte
Palermo-Stiminung von Max Neumann, da eine biedere Land-
schaft von Friedricli T.i s c h 1 e r , da eine stimmungsfeine Studie
von Otto H. Engel, da ein virtuoses Erntestück von Friedrich
F e i g 1. P u r r m a n n bringt einen Bodenseeausschnitt, E i c ii -
h o r s t einen „Bauernjäger“ von Lciblschem Charakter. Auch
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