Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1785 (1787)

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Supplemente 37
zur
ALLGEMEINEN
LITERATUR - ZEITUNG
vom Jahre i 7 8 5.

Numero io.

GESCHICHTE.
Hannöver , in der Helwingischen Hofbuch-
handlung: F. C. J. Fifchers Gefchichte des
deutfchen Handels, der Schiffarth ■> Fischerey, etc.
{Befchluß des inNro. 7 abgebrochenen Artikels.')
Von N. L an folgt die Handelsgerichte des
l6ten Jahrhunderts zum Theil, als : Verfall der
Hansa überhaupt, abwechselnde Schicksale und
endlicher Verfall ihres Handels in auswärtigen Län-
dern, in Russland, Preussen, (gegen Danzig Seite
556) in den nordischen Reichen, in England.—
Einige Folgen der Portugiesischen u. a- Entde-
ckungen auf Deutschland, ingleichen die fruchtlo-
sen Verssuche, den alten Levantischen Waarenzug
wieder herzustellen , werden in N. LV erzählt- Bey
der Beschreibung der Niederländischen Handlung,
besonders von N. LVI, wird des Verfall'.
Ausdruck falt dichterisch. Die Beschreibung ist
wirklich sehr interessant., aber meist nur nach
Guicciardini , und doch noch zu klein für den
grossen Gegenstand. Der Verf. hätte hier sehr
schicklich genauer entwickeln können, wie Ant-
werpen, das vorher noch so unbedeutend war, zu
einer solchen Höhe (lieg, dass sein Handel nicht
jährlich 50 Millionen, scndern, ohne den unfchätz-
baren Geldhandel, 500 Millonen Fl. betrug. — Vom
oberdeutschen Handel wird darauf im Ganzen sehr
gut gehandelt; aber auch — die jetzige von Schii-
lenfche Zitzsabrike in Augsburg raschweg ins löte
Jahrhundert verlegt und Schlözers Briefwechsel
(LVII, 70, 219) doch noch allegirt! in den fol-
genden Nummern machen endlich Nachrichten
vom Handel von Magdeburg , Halle , Leipzig,
Erfurt, Naumburg, den Marken, Pommern etc.,
von den Bergwerken, vorn Wohlstand und Luxus
der Deutschen, und eine Sammlung zur Geschich-
te der Reichspolizey und der Posten den Beschluss.
Hier hätten wir mit Recht die Folgen der Refor-
mation auf deutschen Handel, Stadt - und Land-
wirthschast zu Enden erwarten können; aber dies
so wenig als ein bey einem solchen Werke unent-
behrliches Piegister hat der Verf. geliefert. Den-
noch aber mussen wir selbst bey allen schon ge-
machten Kritiken über einzelne Mängel dieses Wer-
4- E. Z. 1785. Supplementband.

kes geliehen, dass noch kein Werk übet die Hail·-
delsgeschichte Eines Volkes von Bedeutung vor-
handen sey, am allerwenigsten abei*von Deutsch-
land, welches man dem Fischerschen nur an die
Seite setzen dürfte. Hätte der Verf. feine Samm-
lungen noch vermehrt und kritisch bearbeitet:
hätte er sich die Zeit genommen, den innern Zu-
sammenhang mehr aufzusuchen und überhaupt die
letzte Hand anzulegen : so konnte Er uns ein klas-
iisches Werk liefern. Jetzo aber ist es bloss Samm-
lung ; freylich die reichste ; aber dennoch von Zu-
verlässigkeit und Vollständigkeit gleich weit ent-
fernt. Um die erste ihm zu geben hätte er, aus»
ser den schon gemeldeten Werken , Liinigs Cod.
dipl. Germ, und andre dipl. Sammlungen, sodann
noch mehr deutsche Specialgeschichten, Gesetze
etc., hauptsächlich aber die Quellen der Geschichte
der mit Deutschland ehedem Pallivhandel treiben-
den Länder belser benutzen süllen.
Frankfurt und Leipzig; Gedanken über die
gegenwärtigen Unruhen in Deutschland in Riickficht
aus Staatsversaffung, Politik und Militär von J.
C. G. H-·-- 1785. 275 Seiten 8- (i6gr.)
Wenn Kriegsunruhen entliehen oder zu be~
sorgen sind, so pssegen die meisten Menschen lieh
allerley Gedanken zu machen. Dem Verfasser hat
es gefallen, die Seinigen, auf welche die durch
den Streit über die Schiffahrt auf der Schelde er-
zeugten Bewegungen und die Furcht, dass noch
grössere Unruhen entliehen dürften, ihn führten,
drucken zu laßen, und ihnen verschiedenes von
den öffentlich geäusserten Meinungen der bey jenen
Vorfällen interessirten Mächte beyzufiigen. Er hat
hiedurch das Publikum belehret, dass er bey die-
ser Gelegenheit mancherley dachte ,. was wahr-
scheinlich viele andere nicht dachten; wenigstens
werden mehrere Leser seines Buchs öfters zu der
Frage veranlasst werden: Vie kommt das hie-
her? Eine nähere Inhaltsanzeige soll hierüber den
Beweis geben: Der I Abfchnitt, welcher die Ein-
leitung enthält, handelt ganz im allgemeinen von
den durch die Streitigkeiten über die Schiffahrt
auf der Schelde veranlaiseten Kriegsrüstungen, vom
europäischen Gleichgewicht und von einer mögli-
K chen
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