Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1785 (1787)

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zur
allgemeinen
LITERATUR - ZEITUNG
vom Jahre i 78 5·

Numero 21,

GOTT ES GELAHRTHEIT.
■ Ihne Anzeige des Druckortes und Verlegers:
Beurteilung einer Schrift, welche unter dem
Titel: Einleitung zu näherer und deutlicher Ausklä-
rung der Offenbarung Jsssu Chrijli oder St. JJoh.an-
nis, nach Chronologie und Gefchichte, als Beytrag
zum Beweis, dafs Bengels apokalyptisches Syfiemdas
wahre fey, in diesem "Jähr' zu Carlsruhe in Mack-
lots Heringe, im Druck erschienen ist. 1784. in 8.
43 S. neb einem Anhang von 23 S. (4 gr.)
Der Verfaßter hält die auf dem Titel bemerkte
Schrift, die er hier beurtheilt, für die wichtigste,
welche, seit den bekannten Bengetischen und Cru-
jiuffifchen vortressichen Schriften, in diesem Fach
zum Vorschein gekommen ist. Das Vergnügen
und der Nutzen, den er selbst aus der Durchlesung
dieser Schrift schöpfte, erregte in ihm den Wunsch,
durch eine kurze, mit einigen kritischen und er-
läuternden Anmerkungen begleitete Darlegung
ihres wesentlichen Inhaltes, auch andere zur Durch-
lesung und zum heilsamen Gebrauch einer so lehr-
reichen, und dem Bedürfnifc unserer Zeiten ange-
messenen Schrift, auszumuntern. Die von dem
Verfaßter dieser Abhandlung eingestreueten Anmer-
kungen sollen nicht nur zur Aufklärung und Er-
läuterung einiger Hauptbeweise dienen, sondern
auch das dem Verfaßter der Einleitung eigentüm-
liche bemerken u. s. w. Der Anhang fuhrt die
Aufschrift: Zersuch eines allein aus den Worten des
Textes, ohne fchu/ehre (Schwere) mathematifche Be-
rechnung, hergeleiteten, saßlichen, und einleuchten-
den Ausschluffes der geheimen Zeiten der Offenba-
rung JJefu Chrijli oder St. ^Johannis. Den Be-
schluss macht ein summarisches Herzeichnifs der ge-
heimen apokalyptlschen, (d. i. in der Offenbarung
Johannis vorkommenden) Zeiten, und der Danieliti-
Jchen Wochen und Zeiten, nebft beygesiigten Betrag
derselben in gemeinen Zeiten. Untere Leser wißen
nun, was Tie in dieser Abhandlung zu suchen ha-
ben. Die Liebhaber des Bengelifch* Crußussifchen
Systems würden sich durch des Bee. Urtheil nicht
abhalten laßen, diese Schrift zu studieren, und
Leute von richtigem Grundsätzen werden lieh oh-
nehin die Mühe nicht nehmen, dergleichen Din-
ge zu lesen. Schade um die Zeit, die auf sol-
A. L. Z. .»785· Supplementbmd.

ehe mühsame Ausrechnungen und UntersuchuH»
gen gewendet wird.
ARZNEI GELAHRT HE IT.
Strasburg, bey König: Methodus sormulas
medicas conferibendi· In usum praeleclionum acade-
micarum edidit ffo. Fr. Chrifi. Pichler, Μ. D. et
collegii medicorum Argentorati socius 1785. 119
S. 8-
Weil weder Gaubius noch Gruner durch ihr®
Lehrbücher ihrem Zweck in den Augen des Ver-
fassers entsprochen haben, so schrieb er dieses
Lehrbuch, und bittet Lernende und Lehrende, nun
zu sehen, wie ,weit er diesem Mangel abgeholfen
habe. Herr Hofr. Gruner beschuldigte in dem
Almanach für Aerzte vom Jahr 1786. S. 231. den
Verfaßter, dass er ihn ausgeschrieben habe, und
dass bloss andere Stellung der Materien, und einige
hinzugefügte Beyspiele von Formeln von dem Ver-
faßter selbst seyn, bewies dieses auch, wie bekannt,
durch Vergleichung und Zusammenstellung der
Sätze in beiden Lehrbüchern. Herr Pichler ant-
wortete bitter und behauptete dreist, dass ihm
nichts mit Herrn Gruner gemein sey, als dass
höchstens Lehrbücher von eineriey Wißen schaft,
in Rücklicht aus die allgemein als wahr befundenen
Vorschriften, nicht so sehr von einander abgehen
könnten. Da wir aber beide Schriften mit einan-
der verglichen undfast durchaus die grösste Ueber-
einstimmung, selbst in den gewählten Worten und
Ausdrücken, fänden, welche Herr Pichlers Plagi-
um ganz offenbar und sonnenklar beweist, so
mussten wir uns wirklich iiber die Dreistigkeit ei-
nes Mannes wundern, welcher sagt, dass dasselb®
Buch seinem Endzweck nicht entspreche, das er,
wenn gleich nicht ganz, doch an sehr vielen Stel-
len wörtlich aussehreibt. Alle Stellen, wo Hr. Pichler
dieses Lgethan, auszuzeichnen, würde wider den
Zweckdieser Blätter seyn: wir zeichnen unr einige
aus, mit der Versicherung, dass diese eben nicht
lange gebucht worden sind.
Pichler §. 5·.
Requiruntur ad formu-
iae eoiistrustionem.
1) modus nommHin, sufe
X qu»

S· 5·
~ Requiriuitur ergo ad a-
ptam forrnulae construdHo-
nem modns ntmiunm,
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