Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1785 (1787)

Page: 168
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/allgemeine_literaturzeitung_suppl1785/0180
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
SUPPLEMENTE ZUR A. L. Z. 17g?.

die berühmte Theilting zwisc'hen Ernst und Albert
148S bloss mit den Worten: „Tneilungsrecpß zu
Leipzig" bemerkt. Dagegen wild S 57 beyJdem
Herzoge Wilhelm Heinrich, von Eisenach die hier
gar nicht her gehörende Anmerkung gemacht·
„Er hatte ßets ein Bataillon Preußen um sleh, das
„er zu feinem Vergnügen ßets in den Waffen übte. “
Manchmal mischt der Verf. lateinische brocken un-
ter: z. B. „Luther naseitur“ An Irrthiimern sehlt
es auch nicht, z. B. wennS. 47 und 49 gesagt
wird, H. Ernst derFromme habe seineLänder 167210
unter seineSohne vertheilt, wie fie doch erst nach sei-
nem Tode 1680 von diesen selbst getheilt wurden
welches der Verordnung ihres Vaters von 1672 ei’
gentlich zuwider war. Hildburghausen heisst”im-
sner Hilpershaufen. Solche geringfiigipe Bemer-
kungen, wie z. B. „erhält den weißen Adlerorden·,
„derNationalismus wird inffena verboten;" zeigen
vollends, wie wenig Beurtheilungskraft der Vf. hier
angewendet habe. Sprachfehler finden ßch, damit
es an nichts mangle, auch, z. B. Ptolemaeus er-
wähnt fie, statt ihrer. Die genealogischen Tabel-
len sind ebenfalls nicht mit der bey solchen Arbei-
ten ersorderlichen Sorgfalt gemacht. So sehlen die
Geburtsjahre fall· durchgehends, die Todesjahre und
Vermählungen sind nicht immer richtig und genau
angegeben, die Kinder bald alle angeführt, bajd
einige weggelassen, und andere Fehler mehr began-
gen. Hier nur ein kleines Siindenregister zur Pro-
be. Albert der Unartige starb nicht 1315, sondern
X314. Job. Friedrich li heilst Herzog von Weimar,
da er doch mit seinenBriidern nie ordentlich getheilt
hatte, undgewöhnlich von Gotha benannt wird: da-
gegen hätte dessenßruderjohann Wilhelm,H.vonWei-
mar, heissen süllen. Joh. Philipp starb nicht unbeerbt,
wie hier sseht, wo seine Gemahlin und ’l ochter,
dieStamutter desj Gothaischen Hauses, ganzweg-
gelalfen find. Der itztregierende H. von Weimar ist
nicht i"54, sondern 1757 gebühren, Friedrich I
von Gotha starb 1691, nicht 1689; Heinrich von
Römhild 1710. Joh. Wilhelm wär der jünglle nicht
der ältefle Sohn, Friederichs 1. Wilhelm, Friede-
richs III Bruder , flarb 1758 , nicht ,1771. Diese
Zahl von Fehlern könnte mit leichter Mühe noch
iehr vergrössert werden, wenn nicht jene schon
hinreichend wären , die Unbrauchbarkeit dieser
Schrift zu beweisen.

Altona , bey Eckard: Sammlung von Siaats-
schristen, die, während des Seekrieges von 1776 bis
?783 , sowohl von den Kriegsührenden , als auch von
den neutralen Mächten össentlich bekannt gemacht wor-
den sind j in Jo weit folche die Freiheit des Handels
und der Schijjarth betressen. Herausgegeben, und
mit einer Abhandlung über die Neutralität und ih-
re Hechte, insönderheit bey einem Seekriege, be-
gleitet von Auguft Hennings, Königlich Dänilciien
Kammerherrn, — Zweyter Band. 568 Seiten
F’

Der erste Band dieses Werks ersühlen 1784,’
und liegt daher ausser dem Plane der A. L. Z. Er
enthielt die auf dein Titel angeführte lefenswürdige
Abhandlung, und den Anfang der Stäatsschristen,
nemlich die lManiseste und Erklärungen der Krieg-
führenden Mächte, In dem vor uns liegenden zwey-
ten Bande aber findet man die übrigen hieher gehö-
rigen wichtigen Schriften. Dahm gehören Instru-
riionen für Kriegsschisse, Kaper, Schristen. die be-
wassnete Neutralität betreffend , Handelsverträge,
die Friedensschlüste, welche diesem Kriege ein En-
de machten, u. s. f. Es würde zuweitläustig seyn,
wenn wir hier alle die einzelnen Schriften, oder
auch nur die wichtigsten derlelben, anführen woll-
ten, auchweiss ohnehin schon Jedermann, was er
hier zu suchen hat. Viele von den hier gelieferten
Staatsschriften sind zwar schon in öffentlichen Blät-
tern und zum’sheil auch einzeln in andern Samm-
lungen gedruckt; aber es ist angenehm, hier das
Meiste und Wichtigste beysammen zu sinden. Der
Verfall*. hat den Englischen und Französischen Ur-
schriften häufig deut.sche Uebersetzungen beyge-
fügt. Dies möchte schon vielen Leiern übersinisig
scheinen; aber ganz unnöthig sind die Dänischea
Uebersetzungen, welche auch manchmal vorkom-
men ; und vollends die Französische nnd Englische
Uebersetzung eines Reglement der sieichsstadt Ham-
burg. Das Buch ist dadurch unnöthig vertheuert
worden. Das Verzeichnis der Staatsichriften hät-
te auch mit mehrerer Genauigkeit gemacht werden
süllen.
VERMISCHTE SCHRIFTEN.
Halle , bey Heller : Hallifche Monatsfchrifö
vom Jahr 1785 — fierausgegeben von ff. G. K,
Schlüter — Erlies Vierteljahr. 188 S. 8.
Das ist alles, was man uns auf Verlangen von
dieser Monatsschrift gesandt hat; wir vermuthen
daher, dass sie gleich nach diesem ersten Athem-
zuge entsehlafen ist; mag sie ruhen ; denn wir ha-
ben in dielen Proben gar ni.hts gefunden, das des
Aufbehaltens werth sey; aulser etwa die (wenn sie
wahr ist) lehr sonderbare Geschicsite von einerBett-
lermn, die 140 ersparte sftiiir. mit in§ Grab neh-
men wollte.
Hamburg: bey Matthiessen: Skizzen aus dem
Lebenslauf, Charakter und Amtssührung des wohl·?
seel. Herrn Cottfr. Ritter, Archidiak. — zu Ham-
burg — als ein Denkmal des seelig vollendeten
Mannes für Alle, die seinen unvermutheten Ver?
lüst beweinen. 1785. 47 8. mit einem fein,
aber platt und fchief, geitocnenenPorcrait delfelben
in gr. 8·
Wir wollten ja gerne nicht sagen, dass das
Materielle diefer Gele^enneitsschrist nicht interes-
sant, und das Formelle wäiserig sey; aber warum
fleht sie auch im Messkacalog ?
loading ...