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Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 11.1886

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https://doi.org/10.11588/diglit.42073#0025

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Mittheilungen von den griechischen Inseln.
1. Reste vorgriechischer Bevölkerung auf den Cykladen.

Die Vermuthung, dass auf den Inseln des aegeischen Mee-
res Gräber einer vorgriechischen Bevölkerung erhalten seien,
wird seit etwa fünfzig Jahren nahe gelegt durch das nicht sel-
tene Vorkommen von Fundstücken eines eigenthümlich un-
griechischen, conventioneil rohen Stiles. Es sind dies haupt-
sächlich jene marmornen Idole nackter Frauen mit gekreuz-
ten Armen, für welche schon Thiersch1, wie es am nächsten
lag,Karischen Ursprung vermuthete. Aehnlich urtheilte zuerst
Ross2, bis er sich durch eine sehr bedenkliche Fundnachricht
Paschs van Krienen irre machen liess3. Dieses Bedenken ist
für uns nicht mehr massgebend und das hohe Alter wie der
ungriechische Ursprung jener Figuren gegenwärtig wol ausser
Frage. Auch Ross kam später wieder mehr auf seinen frühe-
ren Standpunkt zurück und brachte die Frage ihrer Lösung
dadurch näher, dass er die häufig zusammen vorkommenden
Gegenstände zusammenstellte, soweit dies nach Erkundigun-
gen möglich war4. Einen weiteren Schritt that Köhler5, in-
dem er auf den Cult jenes Idols zwei musicierende Figuren
desselben Stiles aus Keros bezog und so für den Zusammen-
hang jener Bevölkerung nach Osten hin einen neuen Anhalt

1 Abhandl. der Münchener Akademie Philos. philol. Classe I (1835) S.585.
2 Arch. Aufsätze II 492.
3 Inselreisen I, 161 Anin. 15.
A Arch. Aufsätze I, 53.
5 Mittheilungen IX 166.
 
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