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Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 11.1886

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https://doi.org/10.11588/diglit.42073#0332

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Der Tempel in Korinth.

Lange Zeit hindurch galt der bekannte dorische Tempel in
Alt-Korinth als der älteste noch erhaltene Tempel Griechen-
lands. Haben ihm neuerdings auch andere Bauten diesen
Ruhm streitig gemacht, so darf er doch noch wegen seines
hohen Alters und wegen seiner verhältnissmässig guten Er-
haltung einen bevorzugten Platz unter den alten Tempeln
Griechenlands beanspruchen. Dieser seiner Bedeutung ent-
sprach unsere Kenntniss des Baues trotz der guten Publica -
tionen von Stuart und Blouet nicht. Wir kannten zwar die
Formen der äusseren Säulen und ihre Abstände von einander
wir wussten auch, wie der Architrav gebildet war, wir durf-
ten ferner mit einiger Sicherheit annehmen, dass der Tempel
6 Säulen an seinen kurzen Seiten hatte; dagegen war bisher
ganz unbekannt, wieviele Säulen an den Langseiten standen,
wie das Triglyphon und Geison aussah, und namentlich, wie
das Innere des Tempels gestaltet war.
Um diese Lücken möglichst auszufüllen, habe ich während
der Monate Januar und Februar dieses Jahres im Aufträge
des Instituts Ausgrabungen an dem Tempel gemacht. Meine
Aufgabe war eine doppelte: zunächst galt es, die Fundament-
mauern des Tempels freizulegen, um so den Grundriss des
ganzen Baues festzustellen, und dann sollte in der unmittel-
baren Nähe nach den noch fehlenden Baugliedern gesucht
werden. Das erste Ziel wurde vollkommen erreicht. Durch
Freilegung der ganzen westlichen Hälfte des Tempels und
durch Aushebung einiger Gräben haben sich alle Mauerzüge
so vollkommen feststellen lassen, dass der ganze Grundriss
auf der beiliegenden Tafel VII gezeichnet werden konnte. Die
 
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