Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 8.1933

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Der Forstwirt muß seinen Betrieb wirtschaftlich gestalten; er
sucht daher den Prozeß der Auslese und der Entwicklung zu
beschleunigen. Unter Berückstichtigung von Klima, Lage,
Boden, Holzart usw. wird der Wald „durchforstet". Ge-
eignete Stämme werden herausgenommen, nicht nur nach
dem Gesichtspunkt der Nutzung, sondern auch, um für den
Nachwuchs Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen. Die Ver-
jüngung erfolgt dann durch Samenanflug und durch Pflanzung.
Das Keimbett für natürliche oder künstliche Saat wird mit
der Hacke von Hand aus, neuerdings auch mit besonderen
Geräten bearbeitet.

Rechts: 200jähriger Plenterbestand im Bayrischen Wald.
Altbestand aus Fichte, Buche und Tanne; die Verjüngung
erfolgt durch Samenanflug von den stehenbleibenden Bäumen
(Überholter). Diese Art der Waldverjüngung wird haupt-
sächlich bei Laubholzwaldungen angewandt.
Foto Rfrat Müller, Landshut. — Klischee aus ,,Das Bayer-
land", München.

Mittelwald. Besteht aus gelichtetem Hochwald (hauptsächlich Lichtholzarten) und
Unterholz aus Stockausschlag von Schattholzarten oder Eichen. — Foto Pi Hartz,
Kissingen. Klischee aus „Das Bayerland", München.

Rechts: Im Innern eines engbestockten Fichtenbestandes.

Bei Nadelholz wird überwiegend der Kahlschlag geübt. Im engen Verbände werden
die betreffenden Flächen neu angeschont. Minderwertiges Holz wird nach und nach
herausgenommen. Um möglichst langes, astreines Holz zu erzielen, geschieht dies
ziemlich spät. In einem gewissen Alter sieht daher dieser Forst recht garstig aus:
Kein Grashalm, kein Kraut wächst am dürren Boden; trostloses Gestrüpp toter Äste
bis hinauf zu den Kronen. Ein Fichtenbestand wird mit 10 000 Pflanzen je ha be-
gründet, am Ende des Umtriebs stehen noch 300 bis höchstens 600 Stämme auf
derselben Fläche.

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