Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 4.1888-1889

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Denkmäler rc. — Preisausschreiben, Stipendien rc

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Maler aus den Hähern Semestern vergeben, welche Schüler der
Berliner königlichen akademischen Hochschule für die bildenden
Künste sind. Gesuche sind unter Beifügung eines Lebenslaufs
und eines amtlichen Testats seitens der Lehrer der Berliner
Akademie bis zum 15. Oktober dl I. bei dem Vorsitzenden des
Kuratoriums Professor Dr. Goldschmidt einzureichen. — Die
Ginsberg-Stiftung wird ebenfalls aiv Maler, in besondern
Fällen auch an Bildhauer vergeben, und beträgt 2000 Mk. für
das Jahr 1890. Bewerber haben ihre Gesuche bis zum 15. Oktober

Bayrisches Landrsdrnkmai auf dem Schlachtfelds von Wörth, von w. Rümann

Enthüllt am 6. August ^889

bei dem Direktorat der Hochschule einzureichen. — Das Menzel-
Stipendium in Höhe von 800 Mk. für das Jahr 1890 kommt
am 8. Dezember zur Vergebung. Es sollen nach dem Stiftungs-
statnt in erster Linie Maler, in besondern Fällen auch hervor-
ragend begabte junge Bildhauer berücksichtigt werden, die ihre
Gesuche ebenfalls bis zum 15. Oktober unter Beifügung eines
Lebenslaufs, eines amtlichen Testats über Führung, Fleiß u. s. w.
und einiger Studienarbeiten bei dem Direktorat der Akademie
einzureichen haben.

* Dresden. Zu der Preisbewerbung des akademischen
Rates in Dresden um einen Zierbrunnen in Freiberg
i. S. sind 16 Modellskizzen eingegangen. Es handelte sich um
ein Standbild Ottos des Reichen, unter dem der Silberbergbau

aus 25,000 Mk. veranschlagt sind, wird nach einem Beschlüsse
des Stadtrats die Stadt Leipzig 5000 Mk. beisteuern.

cf Breslau. Dem soeben erlassenen Preisausschreiben
zur Erlangung von Modellskizzen sür ein Reiterstandbild Kaiser-
Wilhelms in Breslau entnehmen wir die Verlängerung des
Termins zur Einsendung der Skizzen bis zum 1. April k. I.
Von auswärtigen Künstlern nehmen am Preisgericht teil die
Prosessoren R. Diez (Dresden), F. v. Miller (München),
E. v. Zumbusch (Wien). Der ^Ausschuß Iäßi , zwar den
Künstlern die Wahl zwischen dem
östlich und westlich gelegenen un-
mittelbar an die Schweidnitzstraße
grenzenden Teil des Stadtgrabens;
wenn gleichwohl dem östlichen Platz
ersichtlich der Vorzug eingeräumt
wird, so geschieht dies mit Rücksicht
auf die günstigere Beleuchtung des
zukünftigen Werkes, ein Umpand,
welcher bei Denkmalgriindungen gar
häufig außer acht gelassen wird.

1'. tu. Indem wir hierneben
die Hauptgruppe des den gefallenen
bayrischen Kriegern bei Wörth er-
richteten MonumentS bringen, welches
am 6. August d. I. enthüllt ward,
glauben wir sicher, daß man der
schönen Arbeit das Zeugnis nicht
versagen werde, daß sich »nt ihr Pro-
fessor Rümann, ihr Schöpfer, auch
ein ehrendes Denkmal geschaffen
habe. Wenn auf demselben die
Siegesgöttin den mit der bayrischen
Fahne im Arm auf der bekanntlich
von den Bayern genommenen ersten
Mitraillense zujammensinkenden
Kämpser mit dem Lorbeer krönt, so
spricht das nicht nur die Bestim-
mung des Monuments und seine
Veranlassung mit größter Deutlich-
keit aus, sondern es geschieht daS
auch in so edeln Formen, wie sie
der heroischen Tapferkeit jener vater-
ländischen Streiter von 1870 durch-
aus würdig sind. Die schlanke Ge-
stalt der Siegesgöttin wie ihre rasche
Bewegung entsprechen vollkommen
dem Begriff einer solchen Viktorie,
die rasch und unerwartet vom Himmel
herabkommt wie alles Glück. Daß
sie sür den Fallenden nur eine
mäßige Teilnahme äußert, ist eben-
falls richtig, da sie ihm ja das
höchste bringt, was der Krieger
wünschen kann: den Ruhm. Nicht
minder entspricht es auch der Idee,
daß sie den Kranz desselben ein
wenig sehr hoch hält, da er nicht so
leicht erstritten wird, wie denn der
Fallende ja sein Herzblut dajür hat
geben müssen. Wenn er dabei in
seinem langen Rock und dem bay-
rischen Kasquet sehr viel weniger
poetisch aussieht als sie, so geziemt
das ganz der schlichten deutschen
Art, da er gar Nicht des Ruhmes
halber sondern aus Pflichtgefühl um
das Vaterland und die Familie zu verteidigen ausgezogen. Eben
darum hat Rümann ihn auch als Mann, nicht als Jüngling
dargestellt und sich so überall als denkenden, wenn auch das beste
der Inspiration verdankenden Künstler erwiesen.

Preisausschreiben, Stipendien rtr.

— Berlin. Bei der königlichen Akademie kommen in
nächster Zeit drei Stipendien aus der Reichenheim-, der Gins-
berg- und der Adolf Menzel-Stiftung zur Vergebung. Die
Reichenheim-Stiftuug im Betrage von 600 Mk. für das Studien-
jahr Oktober 1889 bis September 1890 wird an junge befähigte
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