Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 30.1914-1915

Page: 106
DOI article: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kfa1914_1915/0120
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
L v. HOFMANN

SCHMALES UFER

Harmonie füllen, und den beiden Hirten (Abb.
S. 107), die sich so gar nicht zu einer maleri-
schen „Anekdote" hergeben wollen, einst mehr
verlangt in Hinblick auf das „Beiwerk". Und
ich glaube, daß Hofmann selbst vor zwanzig
Jahren sich hätte bereit finden lassen, dieses
Beiwerk an Hintergrund zu geben. Heute nicht
mehr. Denn Hofmann ist jetzt mit aller Be-
wußtheit und voll innerer Befriedigung auf der
Fährte des Hans von Marees. Aber er ist in
seinem Schaffen sonniger und glücklicher als
dieser Unerbittliche und Selbstquälerische. Er
ist auch konkreter und positiv-produktiver.

Und: er gründet und baut auf den Felsen, die
Marees herbeigewälzt. So fand er ein gut Teil
der Arbeit schon getan. In diesem Sinne ist
er ein dankbarer Erbe. Warum sollte es ihm
nicht gelingen, auf die Mauern, die er über
Marees Grundfesten emporwachsen macht,
endlich noch ein Dach zu setzen?

ZUM FALL HODLER

Die Unterschrift Ferdinand Hodlers unter dem
haßerfüllten Protest Genfer Künstler gegen
angebliche deutsche Barbarei hat für den Genfer
Maler Folgen gezeitigt, die ihm sicher unerwartet

106
loading ...