Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 30.1914-1915

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Neubereicherungen Jagdbildern auch
gelang Hagelstange weiteren Kreisen
durch den Gesamt- bekannt geworden,
erwerb der Leibi- Alfred Walter
Sammlung des Hof- von Heymel, der
rat Seeger. Durch bekannte Verlags-
sie ward die Kol- buchhändler und
ner Galerie zum Schriftsteller in
Kleinod auch der Berlin im Alter von
modernen Kunst. 36 Jahren an den
Unermüdlich war Folgen der im Felde
er darauf bedacht, sich zugezogenen
das Museum zu Erkrankung, nach-
einerSammlungvon dem er sich das
europäischem Ruf Eiserne Kreuz er-
zu gestalten, seinen worben hatte. Hey-
Zeitgenossen zur mel hat sich nicht
Freude, und einge- nur als Schriftstel-
alfrf.D hag el Stange denk der .Manen 1er einen Namen bildhauer GREGOR von
DirektordesWailraf-Richartz-Museums seines kongenialen gemacht, sondern bochmann d.J.

7 2. Dezember 1914 Freundes Tschudi. Sich durch dieGrÜn- Gefallen in Frankreich

Obwohl es Hagel- dung des Insel-Ver-

stange nur wenige Jahre vergönnt war, das Kölner lages um die moderne Literatur große Verdienste

Museum zu leiten, hat er es doch fertig gebracht, erworben. Nicht vergessen sei, daß er künstleri-

dem Gesamtinneren des Museums ein völlig neues sehen und wissenschaftlichen Bestrebungen stets

Aussehen zu geben: Durch übersichtliche Neuord- ein sehr freigebiger Förderer gewesen ist und daß

nung der alten Bestände, durch markante Neuer- er manchem jungen Talent, dem sonst wohl der

Werbungen, durch günstige Hängung und nicht Weg zum Erfolg versperrt gewesen wäre, För-

zuletzt durch geschmackreiche Ausstattung aller derung und Unterstützung hat angedeihen lassen.
Säle der Gemäldegalerie wie des Kupferstich-
kabinetts.

Als Mensch war Hagelstange von nie versagen- PERSON AI-NACHRICHTEN

der Herzlichkeit und Heiterkeit, ein freundwilliger

Genoß; allen Kölner Sammlern war er ein wohl- yx ARM STA DT. Der Kunstmaler HANS PELLAR

meinender Ratgeber von unschätzbarem Wert. D wurde vom Großherzog von Hessen zum Pro-

Und nun hat ihn, den erst Vierzigjährigen, den fessor ernannt
Regsamen, allzeit Frohen jählings der Tod dahin- ÜSSELDORF. Am 17. November verstarb im

gestreckt. Ein Starker ist von uns genommen; und \J Lebensjahre Professor HERMANN EMIL

wir beklagen mit allen Kunstfreunden einen harten, ^ Während einer Sitzung im „Malkasten"

schwer zu ersetzenden Verlust. Fortlage . . . .. , _,__ . 6 r " _""^;">-"

machte eine Herzlahmung seinem Dasein ein un-
erwartet schnelles Ende. Düsseldorf verliert in

firp-a i i fn amc nriui rri nF nFR FHRF- dem DahingeganSenen einen Künstler, der nicht

uLr ALLLP4 AUr ULM rLLUL ULK LMKL. nur durch sein eigenes Schaffen, sondern auch

GREGOR v. BOCHMANN JR., einer der begabtesten durch sein hervorragendes organisatorisches Ta-
und liebenswürdigsten Künstler der ganzen Düssel- lent eine bedeutende Stellung einnahm. Er ent-
dorfer Bildhauerschule, ist am 20. September an stammte einer Düsseldorfer Künstlerfamilie, hatte
der Spitze seines Zuges den Heldentod gestorben. die hiesige Akademie besucht und war neben Ar-
Aus dem Atelier Karl Janssens hervorgegangen, tnur Kampf einer der begabtesten .Meisterschüler
stand er auf dem Boden jenes gesunden Realismus, Peter Janssens gewesen. Mit dem Verständnis für
der nicht das Ende, wohl aber die Grundlage jeder strenge Geschichtsmalerei verband er einen starken
entwicklungsfähigen Kunst bildet. Die Natur blieb Zug zu dekorativer Kunst. Besonders bezeichnend
stets seine .Meisterin, und erst wenn er sie ver- fur >nn waren seine romantischen Landschaften, in
standen, wenn er sie rein aufgefaßt, gab er der denen er alle naturalistischen Wirkungen vermied,
mehr oder weniger freien Imagination Raum, wo- dafür aber mit originellem Feinsinn starke kolo-
bei ein abgeklärter Geschmack ihn vor allen ge- ristische Effekte erstrebte. Sein Hauptwerk in Düs-
wagten Ausschreitungen sicher bewahrte. Auszeich- seldorf sind die sechs großen Wandbilder im Stahl-
nungen mancher Art wurden ihm schon früh zuteil. hoU in denen er den seltsamen und oft packenden
Fast jede Ausstellung brachte einige seiner liebens- Schönheiten im Getriebe der modernen Industrie
würdigen, stets ernst gewollten und reif durch- gerecht zu werden wußte. Seit vier Jahren war
dachten Arbeiten, die überall eine wohlverdiente Hermann Emil Pohle Vorsitzender des Vereins zur
Beachtung fanden. In Düsseldorf ist sein An- Veranstaltung von Kunstausstellungen. Was er in
denken durch die reizend naive Brunnengruppe dieser Eigenschaft für die Düsseldorfer Kunst ge-
des „Trinkenden Knaben" gesichert: eine der glück- leistet hat - die großen Ausstellungen von 1911
lichsten Schöpfungen, welche die heimische Plastik und 1913 waren sein Werk — wird ihm unver-
zu verzeichnen hat. gessen bleiben. g, Howe

Alfred Liedke, Maler in Berlin, 37 Jahre alt, jV/lONCHEN. Der König von Bayern hat dem

in einem Gefecht bei Laon. Er war ein Schüler 1V1 Konservator der Staatlichen Gemäldegalerie,

Eugen Brachts und ist im besonderen mit Bildern Emil Kinkelin in München, wie auch dem Maler

seiner HeimatPotsdam indieOeffentlichkeitgetreten. Ludw ig BOLGIANO, Schriftführer der Münchener

Ernst VON STENGLIN, Maler in Berlin, am Künstlergenossenschaft, und dem bekannten Kunst-

10. November in einem Gefecht bei Dixmuiden, historiker Dr. Uhde-Bernays in Starnberg den Titel

52 Jahre alt, durch seine Bildnisse von Jägern und eines Königlichen Professors verliehen.

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