Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 30.1914-1915

Seite: 120
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den heimkehrenden Schäfer, UM ■ kein Fremderen unserem Jahr-

die tränkende Herde, die Ta- PnS 1903/.t <Sei!e 321 u ..f-> ha"

, , . ben wir ihm einen größeren

geszeiten und manch andere illustrierten Aufsatz gtwidmet.

zierliche Anmutigkeit in Lud- f' '' 1 K ^i Großer Reichtum der Erfln-

wig Richters Geschmack. WL dung, ein technisches Können.

Kunstwert legte er ihnen be- ■ i 1 WlkW. für dls e.s kei,ne Schwierigkei-

• a- , „, . .... mm. J ten gab, ein malerischer Stil, der

greiflicher Weise nicht bei... WL*< M ihn in seinem Schaffen immer

Still und schmerzlos ist V wßß* ,H wieder zum Relief lockte, sind

Wilhelm von Kobell am W ^| die Grundzüge seines künstleri-

10. Juni 1855, mehr als ^ sehen Schaffens gewesen. Wien

. , , , . lig «iimj äS: Mmßm istreichanW erken diesesKunst-

89 Jahre alt, verschieden. „f^Ä J lers, der ein echtes Wiener Kind

_ als .Mensch wie als Künstler

^fT~~"""^^^^^B war, so die Reliefs am Grill-

PERSONAL- parzerdenkmal, die Reliefs von

NAPHDIPHTFN der Sage vom Stock im Eisen,

NALHKILrl I tri der Br«nnen )Die Herrschaft

MÜNCHEN. Am 20. Okto- WM zur See" an der neuen Hof-
ber ist Professor JOSEPH bürg, das Denkmal Canons, ein
FLOSSMANN, Bildhauer in Mün- J- FLOSSMANN, f 20. Oktober 1914 Brahmsdenkmal,der„Bacchus-
chen, im Alter von 52 Jahren zug" am Burgtheater, Grab-
unerwartet rasch gestorben. denkmäler und manches andere.
Erst vor einigen Jahren war Gelegenheit geboten,

Floßmanns reiches Lebenswerk in einer vorzüg- . .,,,„„, r-11 ,-i-nri

liehen Ausstellung (s. unseren illustrierten Auf- NEUE KUNSTLITERATUR

satz in Jahrgang 1912 13, S. 193 u. f.) zu über- „ . ,, a . n j- >•••

blicken, mit der die Münchner „Secession" ihr QR Mai7a K^i^rLf

geschätztes Mitglied ehrte. Diese Kollektion legte 96 Vollbildeni. Le pz.g Ins 1-Veriag.

Zeugnis ab für Floßmanns bewegliche Vielseitigkeit, .. Dieses Kunstbuch gibt kerne: Monograph^ land-

a:„ Z;„u „11__\ c u u -u • ■ j _ a « läufigen Sinne, sondern hat seinen besonderen Keiz

die sich vor allen Aufgaben bewahrte, jedem Auf- ' .6 \ v> ' •_____-.• .„.„„ n- ,

.______, . , 6 ' J „ . , .___ darin, daß hier einer unserer sensitivsten Dichter

trag gerecht wurde und des Kunstlers Reichtum ™ '. ! . , . ^.„^„^„„..„„v,:,
__:„„„___r> ■ u. j a j 1 t t. über einen der bedeutendsten Plastiker unserer Zeit

ZSZ htT nnd ,A"StdrUChkSf0rm,er, a sich vernehmen läßt. Und zwar nicht in Form einer

mnn,!mi««ein™7 BauP'astll«r hat Slch F>oß; kunstgeschichtlich objektiven Darstellung, sondern in

"r,!1' ' " "1 Zug ins Dekorative ausgezeichnet gnialer nachschaffender Dichtung über Leben

und sich auf diesem Gebiet vor interessante Auf- * Lebenswerk des großen Franzosen, dessen

gaben gestellt gesehen. An der Kirche in Bad Stehen, « « fi f erscnlossen wirdj

am Bismarckturm bei Rottmannshohe, am\\ erthe.m- *es™ s sachliche, so gut wie auch immer^

51B und z"le'zt am ^unQC,h"er P0llT geschriebene Abhandlung geboten würde. Das Buch,

Ä Anden sich Floßmannsche Skulpturen: die f vorliegt, ist eine Erweiterung einer^

™«Äi£S? *lunchne1f Pohzeigebaude verdienen J « 'd R Muther heraus-

ausdrucklich hervorgehoben zu werden, weil sie "' "

p,„nmn„„ o1o »„,,- f , ' ' o, ... gegebenen Sammlung „Die Kunst" erschienenen

1-Ioßmann als Anhänger der polychromen Plastik § g ... , , . ",, c„u„pp=„ d„j:„^ t,„u__

c-„ u .' , . .. , . Schrift, deren Leben und Schaffen Rodins behan-

legitimieren. Ein geborener Münchner schmückte 77 .J -f . • . . .i.,'.v.,i.,»,-,k..j„M.;ct.,

Floßmann besonders seine Vaterstadt mit reizvollen delndHem ,etfQn°ch , Ihh J fn^l In

Werken öffentlicher Plastik: es seien davon das auf.. dem Jahre Q1907' r^Hn.wS

Paulanerbrünnlein in der Vorstadt Au und der is,f; der 96 »""h Rodins Wünschen ausge-

Brunnen am Rennerplatz hervorgehoben. Seine £ahlt<: Vollbilder, die das plastische Werk des

letzte große Arbeit hat Floßmann für Nürnberg Kunstters in seinem ganzen Umfange und eine Reihe

geschaffen: ein Bismarck-Reiterdenkmal von herber ™n Handze.chnungen wiedergeben" bietet Von

Eigenart, das in seiner etwas ungewöhnlichen Aus- de" *wel.Schriftteilen ist wohl der erste der wert-

._° .__. _ , . , , n r-i n_ „ u„_____ vollste. In eindringlicher Weise schildert er die

drucksform den Anschluß Floßmanns an hervor- c . . , , D ,. 6 . ,_____w,„_j_ „_ .

___■ ,__. .. , .... , ^ ___0„.„ Entwicklung Rodins, sein langsames Werden und

ragende lombardische Vorbilder des Quattrocento 8 ^ 8 wachsenden künst.

ahnen laßt Neben diesen im Dienste der offent- lerischen ReicShtums> eder, wie bei kaum einem

hchke.t stehenden Arbeiten ging Floßmanns intimes and£ren Künstler au'f ras'tloser, nimmer ruhender

Schaffen einher: Portratbusten von schlagender Arbeit basiert. Denn „was diesen großen Künstler

Charakteristik und Werke mannigfaltiger graziöser sQ ß macht ist: daß er Arbeiter war,

Kleinp astik. - Seit kurzer Zeit wirkte[ Floßmann, derfinichtf ersehnte, als ganz, mit allen seinen

mit Titel und Rang eines Akademieprofessors aus- Kraft m das niedrige und harte Dasein seines

gezeichnet als Lehrer an der Münchner Kunstge- Werkzeu einzugehen-'. Wundervolles sagt Rilke

werbeschule mit bestem Erfolg: leider hat er nur we- . diesem ersten Teil auch über die einzelnen Werke

mge Monate lang seine große Erfahrung und seine MeisterS) vielleicht ist er dabei zu sehr Dichter

hervorragende Lehrbegabung der heranwachsenden und zu sehr an der Schilderu der den

Kunstlerjugend zu widmen vermocht. g.j.w. Schöpfungen zugrunde liegenden Erlebnisse haften,

"*"TEN. Der Maler HANS Tichy wurde zum statt deren Objektivierung in der plastischen Form

Professor der K. K. Akademie der bilden- zu bewerten aber bei der ganzen Anlage des Buches

den Künste ernannt. scheint mir dies eher ein Gewinn, als ein Nachteil

WIEN. Hier ist im Alter von 67 Jahren der für es. Von ganz unmittelbarer Wirkung ist der Vor-
Bildhauer Professor rudolf weyr, einer trag über Rodin, der uns den Meister auch mensch-
der angesehensten österreichischen Künstler, ge- lieh so nahe bringt und von einer wunderbaren
storben. Den Lesern unserer Zeitschrift ist er Wärme der Sprache getragen wird. m. k. r.

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