Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 15.1917

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F. LANDAUER UND H. LÖMPEL, SYNAGOGE IN AUGSBURG. GRUNDRISS

UNSTAUSSTELLUNGEN

BERLIN

Drei junge Zeichner hatten im Gra-
phischen Kabinett (/. B. Neumann) aus-
gestellt: Hans Gerson, Hugo Kunz
und Franz M. Jansen. Von den beiden ersten ist bis
jetzt nicht viel mehr zu sagen, als dass sie Vertreter
der weit verbreiteten, radikal gesinnten Geschicklichkeit
sind, Revolutionäre, die von Vorbildern mehr oder
weniger abhängig sind. Sehr mutig, ein wenig akademisch,
flotte Techniker und freier in der Gebärde als in der
Empfindung. Viel ernster ist FranzM. Jansen. Besonders
in Landschaften entwickelt er als Radierer eine schöne
Kraft. Wo sich der Symbolismus hineinmischt, sind die
Wirkungen weniger erfreulich. Er kommt, wie so viele,
von van Gogh her, weiss aber selbständig die Massen
von Hell und Dunkel in Bewegung zu setzen und die
farbigen Stimmungen graphisch zu übersetzen. Wenn
er es sich in Zukunft recht schwer macht, wird er
sicher zu schönen Resultaten kommen. Auch als Holz-

schneider. Als solcher stellt er sich mit seinem Zyklus
„Der Krieg" vor. Dort giebt er sich phantastisch
illustrativ, weiss aber in einigen Blättern schwierige
Vorwürfe mit bemerkenswerter Kompositionskraft zu
bewältigen. Der Künstler scheint auf einem Punkt an-
gelangt, wo der „Stil" einer Schule zu einer persönlichen
Angelegenheit wird. K. Seh.

AUGSBURG

Der von den Münchner Architekten D. H. Lömpel
und Fr. Landauer geschaffene Monumentalbau der neuen
Synagoge zu Augsburg verdient aus verschiedenen
Gründen besonderes Interesse. Einmal wegen der Lö-
sung des Grundrisses: Vorlagerung des Verwaltungsge-
bäudes und des Beamtenwohnhauses, Führung des Besu-
chers durch eine gedeckte Vorhalle über einen offenen
Brunnenhof in den Vorraum des Zentral-Ruppelbaus,
Anschmiegung einer kleinen Trau — und einer Wochen

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