Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 15.1917

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CHRONIK

G. SCHÖNLEBER f

Gustav Schönleber (geboren am 3. Dezember 1 8 $ 1 im
würtrembergischen Bierigheim) ist am 1. Februar in
Karlsruhe gestorben, wo er als treues Schulhaupt und
Nachfolger Gudes siebenunddreissig Jahre lang ansässig
und sesshafr gewesen ist, trotz vielfacher Versuchungen,
sein stilles Lehramt mit einer grösseren und betrieb-
reicheren Akademie zu vertauschen. Er hat einmal —
in der Zeitschrift „Rheinlande" (Band 11, Seite 1—6) —
sein Leben selbst beschrieben, ein einfaches, kampflos
verlaufenesMalerdasein. Als sein Gustav dem erwählten
Polytechnikum, wo er Maschinenkunde studieren sollte,
nicht allzu grosses Interesse entgegenbrachte (ähnlich
wie Kamerad Karl Heffner), gab der Vater, ein ver-
mögender Tuchwirker, ohne weiteres seine Zustimmung
zur Künstlerlaufbahn. Die Sache war immerhin ein
Wagnis, denn Gustav Schönleber war durchaus kein
Wunderkind, und er war auf einem Auge blind: diese
Einäugigkeit übrigens hat ihm niemals Schmerz bereitet;
im Gegenteil, er fand einen Vorzug darin, „die Natur
auf einer Fläche gleichsam zu sehen" und mit der
Perspektive „keine Not zu haben". Überdies hatte er
das Glück, gleich in eine gute Schule zu kommen, zu
Adolf Lier, der, frischer Eindrücke von Barbizon voll,
wo Jules Dupre sein Lehrer gewesen war, 1869 in
München ein freies, man möchte sagen: sezessioni-
stisches Atelier für Landschaftsmalerei eröffnet hatte
(es ging leider 1873 schon wieder ein). In Schönleber,

der zunächst mit Liers Augen sehen lernte, waren frei-
lich noch manche andere Abhängigkeiten. Er war mit
seiner Böcklinvorliebe eine Art Römer; er hat im Sinne
der alten und neuen Holländer (Vermeer van Delft
und W. Mesdag, sowie Jacob Maris) gearbeitet; er
hat in England Constable auf sich wirken lassen, hat
als Schaffender dann die Schotten bewundert, hat ferner
die Gobelinmalerei seines Freundes Dill nachgeahmt
und sogar in altfränkischer Holzschnittweis' die deutsch-
tümelnden Stilisierkünste einer gewissen Epoche mit-
gemacht, unter Preisgabe der Farbe. Schönleber be-
hauptet zwar, dass er in der ersten Zeit nichts anzufangen
wusste mit „der üblichen italienischen Schönheit,
dem blauen Himmel", und dass nur „bei schlechtem
Wetter" die Natur ihn dort interessiert habe, — aber
er ist doch zur üblichen italienischen Schönheit Jahr
aus, Jahr ein zurückgekehrt. Die Italiensehnsucht hatte
schliesslich auch ihn ergriffen, doch er malte das Land
nicht so, dass es auch uns ein Land der Sehnsucht werden
konnte. Aber wenn derFrühling kam, so gingSchönleber,
wie in seinen jungen Jahren, wieder häufiger in seine alte
schwäbische Heimat, zwischen Enz und Neckar, nach
Besigheim und malte dort den frischen stürmischen Lenz,
das junge zaghafte Grün, die Erregung, Bewegung, Er-
wartung derNatur, die wintererlösten Wasserläufe, oder
den neuerwachten Sonnenglanz und die zarte Farben-
pracht der ersten Klärung. Hier, vor dem Pfingstgeist
der Natur, war er ein innerlich freier Mann, hatte er die
reine Ehrfurcht, und was er so geschaffen, in seiner

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