Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 15.1917

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HEINRICH TESSENOW, STÜHLE

DIE TECHNISCHE FORM

VON

HEINRICH TESSENOW

Angenommen, man zeigt uns eine Dynamo-
L maschine: wir finden, dass sie merkwürdig
verdächtig aussieht; man erzählt uns von ihrer
Kraft, die für uns ganz unfassbar gross ist, wir haben
plötzlich den allergrössten Respekt vor dieser Ma-
schine und denken unwillkürlich an alle höchsten
Möglichkeiten menschlichen Arbeitens; aber wäh-
rend wir dann die Maschine wieder aufmerksam
ansehen, ist es uns auffällig, dass wir einen so sehr
grossen inneren Abstand zu ihr behalten, sie ist uns
unheimlich, unsere Bewunderung hier enthält eine
so merkwürdige ängstliche Unsicherheit, wir möch-
ten eigentlich am liebsten fortgehen aus diesem
Maschinenraum, ganz fort, aus der Fabrik hinaus,
plötzlich empfinden wir, wieviel grosser Mut nötig
ist, in der Fabrik zu arbeiten; wir dachten vorhin

Anm. d. Red.: Die auf diesen Seiten gegebenen Aut-
nahmen sind nach Innenräumen aus der Wohnung des Herrn
Ed, Krüger, Charlottenburg angefertigt.

an alle höchsten Möglichkeiten menschlichen Ar-
beitens; wir denken jetzt etwa an den Moses von
Michelangelo oder an irgendeine andere Plastik
und denken uns solche Plastik neben die Dynamo-
maschine gestellt, und plötzlich erscheint diese uns
vollkommen wahnsinnig zu sein; wir wissen nicht
im geringsten, warum so und warum nicht anders,
wir würden uns durchaus nicht mehr wundern,
wenn über der Dynamomaschine, 3 5 T/4 mm von
ihr entfernt, eine grosse schwarze Kugel schweben
würde, die an der linken Seite einen Diamant hätte,
oder wenn da sonst irgend etwas ganz Unbegreif-
liches herauskäme; es wäre einigermassen wertvoll,
festzustellen, ob schon irgend jemand einmal in
einem Raum mit einer Dynamomaschine einen
Hund herumlaufen sah oder eine Katze oder der-
gleichen, die ja kaum ein technisches oder ein
organisatorisches Interesse haben; soweit wir das
nicht haben, hat die Maschine eigentlich keinen

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