Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 15.1917

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NEUE BUCHER

Friedrich Was mann. Ein deutsches Künstler-
leben von ihm selbst geschildert. Heraus-
gegeben von Bernt Grönvold. Leipzig. Insel-
Verlag 1915.

Bis zur Jahrhundertausstellung in Berlin war der
Name Wasmann unbekannt. Der nordische Maler Grön-
vold hat das grosse Verdienst, diesen vergessenen deut-
schen Künstler wieder entdeckt und sein {unterlassenes
Oeuvre mit geduldiger Begeisrerung und in gründlicher
Sammlerarbeit der Vergessenheit entrissen zu haben.
Was die deutsche Kunst an Wasmann besitzt, zeigt die
dauernde Leihausstellung seiner Werke aus Grönvolds
Besitz, die in der Narionalgalerie vor aller Augen stehr.
Unter den Künstlern der Nazarenerzeir war der aus
Hamburg gebürtige Wasmann unstreitig eine der feinsten
und merkwürdigsten malerischen Begabungen. Es giebt
Tiroler Landschaften von ihm von einer Feinheit und
Wahrheit der malerischen Atmosphäre, die sich neben
den Bildern von Caspar David Friedrich und Dahl be-
haupten und an Modernität, an Impressionismus noch
ein Stück darüber hinausgehen. Es giebt ferner Halb-
figurenbildnisse von ihm, von einer Strenge der Form
und einer Beherrschung des Lichts, die Karl SchefFler,

wohl etwas übertrieben, mit Ingres verglichen har, zu
Unrecht, wie mir scheint, denn neben Ingres wirken sie
doch etwas eng und sind auch in der Form nie so ener-
gisch, so lebendig und so frei. Dann aber giebt es unter
seinen Zeichnungen einzelne Blärter, die über alles hin-
ausgehen, was damals in Deutschland gezeichnet wurde,
vollendet im Plastischen, schwellend und dabei graziös
in der Linie, von feinstem, tiefsten Gefühl und intimster
Beseelung. Alles in allem war er einer von denPionieren,
auf deren Schultern die deutsche Kunst hätte stehen
können, wenn die Entwicklung nicht gar zu unglücklich
verlaufen wäre und wenn Wasmanns Talent ein tiefes
Echo und eine breite Wirkung beschieden gewesen wäre.
Wie die Dinge nun einmal lagen, blieb er so gut wie
unbekannt, trotzdem er zeitweise mit dem grossen
deutschen Kunstleben jener Zeit in Dresden und in Mün-
chen in Berührung gewesen war, damals, ehe er nach
Südtirol und Iralien ging.

Wie schwer es auch vor zwanzig Jahren in Deursch-
land war, einen derart im Schatten Gebliebenen bekannt
zu machen, beleuchtet am besten die Thatsache, dass
Grönvold bei seinem Versuch, imjahre 1 896 Wasmanns
Selbstbiographie herauszugeben, eine schwere Ent-

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