Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 3.1928

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DER NEUE UMSCHLAG UNSERER
ZEITSCHRIFT

Wir halten schon lange die Absicht, unse-
rer Zeitschrift einen neuen Umschlag zu
geben. Der Entschluß, gerade den Um-
schlag zu ändern, war nicht ganz leicht
zu fassen, da der Umschlag werbenden
Charakter haben soll und da sich die
Leser und Freunde an das Gesicht einer
Zeitschrift gewöhnen. Wenn der Verlag und
die Schriftleitung sich jetzt doch ent-
schließen, das äußere Bild der „Form" zu
ändern, so geschieht das, weil wir uns ver-
pflichtet fühlen, einem modernen Künstler
der Werbegrafik den Entwurf zu übertra-
gen und weil wir mit dem 14tägigen Er-
scheinen auch die Art unserer Zeilschrift,
wenn auch nicht der Gesinnung nach, etwas
ändern müssen. Wir wollen in stärkerem
Maße als bisher berichten und unsere Leser
mit den neuesten Schöpfungen und den
neuesten Plänen möglichst rasch und gut
vertraut machen. Unser bisheriger Um-
schlag hat etwas Kühles und Reserviertes
und ist vielleicht von vielen als zu neutral
empfunden worden. Wir sind uns daher
einig geworden, daß der neue Umschlag
inniger mit dem ganzen Heft verbunden sein
soll und so auch eine stärkere Einladung
zum Beschauen und Lesen des Heftes bil-
den muß. Deshalb haben wir den Künstlern,
die wir gebeten haben, uns Vorschläge ein-
zureichen, vorgeschrieben, daß auf dem
Umschlag mit jedem Heft wechselnd Foto-
grafien aus dem Inhalt der Hefte erschei-
nen sollen. Mit dieser Aufgabe war nach
dein heutigen Stand der Drucktechnik
selbstverständlich auch die Vorschrift ge-
geben, einen Kunstdruckkarton zu verwen-
den. Auch dadurch ergibt sich eine stärkere
Verbindung von Umschlag und dem Papier
des Heftes. Unserer Aufforderung, uns
Skizzen zu schicken, ist bereitwillig und,
wie das Material ergibt, mit großem Inter-
esse Folge geleistet worden. Wenn wir
einige wenige der eingegangenen Entwürfe
hier in der „Form" abbilden, so tun wir das,
weil wir glauben, daß es doch sehr inter-

essant ist, verschiedene Arbeiten von nam-
haften Künstlern dieses Gebiets an ein und
derselben Aufgabe nebeneinander zu stellen.
Und schließlich wollen wir auch Rechen-
schaft geben, warum wir den von uns ge-
wählten Entwurf zur Ausführung bestimmt
haben.

Für uns waren folgende Gesichtspunkte
maßgebend: Einmal sollte der Umschlag
möglichst stark in seiner YVirkung sein, da-
mit das Heft, wenn es im Laden zwischen
anderen Zeitschriften liegt, herausfällt.
Weiterhin sollen die Worte „Die Form"
möglichst eindrucksvoll sein und wie ein
Signet wirken und auf dem Umschlag zu-
erst ins Auge fallen. Nicht zuletzt ist es für
uns wichtig, daß der Entwurf nicht auf ein
bestimmtes Foto eingestellt ist, daß er Mög-
lichkeit für die Verwendung ganz verschie-
denartiger Fotos gibt. Es soll erfahrungs-
gemäß nicht leicht sein, dieses wechselnde
Foto auf einem l mschlag anzubringen,
zumal, wenn der Raum dafür vorge-
schrieben ist.

Es mußten daher für uns alle die Ent-
würfe ausscheiden, bei denen zwischen
der Anordnung und dem Bild Beziehun-
gen hergestellt werden, und möglichst ein
Entwurf gesucht werden, der die Worte
„Die Form" und das Bild jedes für sich be-
stehen läßt. Unter den abgebildeten Ent-
würfen befinden sich formal sehr schöne
und eindrucksvolle Lösungen, deren Stärke
aber in der Verwendung dieses einzigen Bil-
des beruht. Bringt man ein ganz andersarti-
ges Bild dazu, so bleiben diese Werte nicht
mehr bestehen. Bei einer Anzahl traten uns
die Worte „Die Form" nicht stark genug
heraus. Einige haben sehr glücklich ver-
sucht, diesen Worten eine eindrucksvollere
Form zu geben durch Verwendung von
Kleinbuchstaben, aber diese Entwürfe haben
der Bildauswechslung nicht genügend Rech-
nung getragen.

Aus all diesen Erwägungen heraus haben
wir dann gern zu dem Vorschlag von Dr.

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