Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 3.1928

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vinzialkonservatoren usw., nicht ganz unab-
hängig ist, daß wirklich noch da und dort
Rücksicht auf die „heimische Bauweise" ge-
fordert wird. Gegen diesen Übelstand kann
man einstweilen nichts tun. Doch ist zu
hoffen, daß bald eine Änderung eintritt,
denn mit jedem Jahre mehren sich doch die
Fälle, wo ein neuer Bau, in eine alte Um-
gebung ohne Rücksicht auf deren Form-

charakler hineingestellt, nicht nur selber
eine ausgezeichnete Figur macht, sondern
auch der Umgebung, wenn diese künstle-
risch etwas wert ist, zu einer ganz neuen,
unverhofften Wirkung verhilft. Wenn dies
erst einmal allgemein erkannt ist, dann wer-
den sich wohl auch die Provinzialkonser-
vatoren und die Heimatschutzvereine be-
geben. Riezler

WOHNHAUSGRUPPE IN HOEK VAN HOLLAND

Die Wohnungsgruppe ist in Hoek van
Holland, dem Vorhafen von Rotterdam, ge-
baut. Der Charakter dieses Ortes ist zwit-
terhaft. Dem Umfange nach ist er klein und
der Lage nach ländlich wie ein Dorf: der
Einfluß der Großstadt offenbart sich den-
noch in einer für ein Dorf zu hohen und zu
geschlossenen Bebauung. (Fast alle Häuser
mehrgeschossig.) Die Art des Ortes: Fische-

rei- und Hafenbetrieb (Badeort) und beson-
ders das Vorhandensein von Befestigungs-
werken bestimmen diesen merkwürdigen
Charakter.

Im Projekt ist demnach versucht, die Be-
dürfnisse der Großstadt und des Dorfes zu
vereinigen: Geschoßbau, durch Horizontal-
entwicklung niedrig gelagert, große Bal-
kons (Luft für die Dörfler), Vor- und Hin-
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