Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 3.1928

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KOPF

In Messingblech, Lebensgröße. Hans Wissel. Köln

BLECHPLASTIK

ZU DEN ARBEITEN VON HANS WISSEL

Die Blechplastik ist eine verhältnismäßig
seltene Technik: das geht schon daraus her-
vor, daß es für sie keine besondere Bezeich-
nung gibt, und daß die Bezeichnung, die wir
ihr geben, und die die natürliche und rich-
tige Benennung darstellt, recht ungewohnt
klingt. Weitaus häufiger ist beim Metall
die Gußtechnik und die Schmiedetechnik.
Nur bei der Herstellung von Gefäßen und
von Beliefplastik ist die Verwendung von
Melallblech allgemein. Die technischen
Grundbegriffe und sinngemäßen Bezeich-
nungen werden selbst bei den Fachleuten

nicht immer genau angewandt, und über
diesen Kreis hinaus wird in der Kunstge-
schichte wie in der Kunstbeschreibung
durch falsche Angaben viel Unheil ange-
richtet. In einem großen rheinischen
Kunstgewerbemuseum ist eine Arbeit als
Gravierung angesprochen, die in Wirklich-
keit mit dem Punzen geschrotet ist. Höchst
ungenaue Bezeichnungen findet man bei
der Technik des Schlagens, Treibens und
Ziselierens. Es wird deshalb nötig sein, um
die plastischen Arbeiten von Hans Wissel
richtig zu verstehen und sie in ihrem tech-

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