Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 44.1933

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INNEN-DEKORATION

A. C. RUEDENAUER-STUTTGART »IM GASTZIMMER« Ol.IV ESCHF. UND M AK ASS AR-EHEN HOLZ

DAS GASTZIMMER. Früher hieß es »Das Frem-
denzimmer«, und der kalte, abweisende Name
entsprach seinem damaligen Gehalt. Möbel, die man
nicht mehr mochte, Bilder, Bronzen, Porzellane,
die allmählich zur zweiten Garnitur geworden wa-
ren, wurden hier magaziniert, und so war der
Raum wohl meist ziemlich voll, aber unbehaglich,
und trug eher die Merkmale eines schlechten Hotel-
zimmers als eines vom Geist des Hauses durchwal-
teten Wohnraumes an sich. - Heute verfährt man
liebevoller, menschlicher. Man behandelt das Gast-
zimmer wohl schlicht, aber nicht achtlos. Man
wendet in ihm nicht mehr auf als nötig, aber auch
nicht weniger, als dem Freunde gegenüber schick-
lich ist. Man sorgt mit einfachen Mitteln für Be-
hagen und Bequemlichkeit. Man nimmt sich das
gute moderne Hotelzimmer zum Vorbild und sorgt
doch, daß derselbe geschmackliche Geist, der die
übrigen Räume beherrscht, auch im Gastzimmer
spürbar wird. Was kann schlichter sein als die
Schlafecke eines Gastzimmers von A. C. Ruede-
nauer, die unsre Abbildungen zeigen? Aber das
breite, urbehagliche Bett, der mit allem Komfort
ausgestattete Nachttisch mit der hübschen Lese-
lampe — das zeigt dem Gaste: hier ist an dein Be-
hagen gedacht und dafür gesorgt worden, daß dir
die Kultur des Hauses vollgültig zugute kommt. Eine
Frage der Mittel ? Nein, eine Frage des Herzens, h. m.
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