Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 44.1933

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INNEN-DEKORATION

architekt fritz glantz - berlin grosses eckfenster des wohnraums

daneben aber auch wichtige hauswirtschaftliche
Funktionen zu erfüllen hat. Außerdem überdeckt er
durchgehend den hinteren Teil der Terrasse, so daß
auch bei Regenwetter die beiden Terrassentüren ge-
öffnet bleiben können.

Es wurde hier ein Heim geschaffen, das frei ist von
jedem Ballast unbenutzter Räume. Die Arbeit im
Hause sollte auf ein Minimum herabgesetzt werden.
Die Küche wird elektrisch betrieben. Alle Schränke
sind, soweitmöglich,
eingebaut; in den
Schlafzimmern ist ihr
Fassungsraumbiszur
Decke ausgenutzt. .
Auf der Diele ist ein
Schrank für Stiefel
und gebrauchte Wä-
sche eingebaut. Wind-
fang, Toilette, Diele,
Küche und Bad haben
Fliesenfußboden und
zumTeilWandbelag.
Die Wände der Diele
sind mit Wachsfarbe
gestrichen. — f. g.

R

architekt fritz glantz-berlin. haus a. v. pr. grundriss

lAUM-ERLEBNISSE. Der neue Wohnraum
orientiert sich in seinen Raumwerten mehr nach
der Landschaft als nach den Gesichtspunkten der
früheren Architektur. Er geht mehr auf Spannungen
als auf buchstäbliche Harmonien aus. Es besteht ein
innerer Zusammenhang zwischen der neuen Natur-
freude des modernen Menschen und seiner Bevorzu-
gung des »gespannten Raumes«. Die Landschaft ist das
spannungsreichste und aktivste Raumgefüge, das wir

kennen. Das Raum-
gefügederLandschaft
ist durchaus von ei-
ner Ordnung durch-
wirkt, aber diese
Ordnung ist stets in
einem Material von
Gegensätzen errich-
tet. Sie ist nicht—um
in der Sprache der
Poetik zu reden —
eine »metrische Fas-
sung«, sondern ge-
hört in die Rich-
tung der »freien
Rhythmen«. . h. r.
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