Innendekoration: mein Heim, mein Stolz ; die gesamte Wohnungskunst in Bild und Wort — 44.1933

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INNEN-DEKORATION

FARBE IM RAUM. Im Anfang - der
modernen Innenraumkunst - war die
Wand. Sehr hellfarbig und schmucklos glatt,
in Weiß oder gelblichen Tönen.

Mit entschiedenem Vorzug: sie läßt in ihrer
streckenden Wirkung die sparsam bemesse-
nen Räume größer erscheinen; höher, heller
und klarer. Aber auch mit einer heimlichen
Gefahr: das Gesicht der Zimmer zu unifor-
mieren, und deshalb langweilig und steif,
nicht, wie beabsichtigt, ruhig und beruhigend
zugleich, sondern monoton.

Die nüchternen und überklaren Flächen
brauchen eine Belebung: sie können die leuch-
tende Wärme, ja sogar den grellen Kontrast
der Farben nicht entbehren. Nicht die scha-
blonenhafte Starre früherer Tapetenmuster,
das wilde Chaos ihrer Ornamentik, sondern
eine eigenwillige, lustig hingetupfte Farb-
komposition hier oder da, scheinbar mit
genialer Unbekümmertheit hingesetzt und
doch mit kluger Berechnung in den Rahmen
des Ganzen eingespannt: ein gemusterter
Vorhang, ein farbschöner Teppich, ein bun-
tes Kissen, ein lebhafter Bezug . . . Diese
kleinen Farbphantasien sind unerläßlich,
denn sie verzaubern ein ganzes Zimmer,
mit allen Wänden und allen Möbeln, zu
neuer Atmosphäre. Deren heutige Neutra-
lität gewährt ihnen den weitesten Spielraum,
und Industrie und Kunstgewerbe wetteifern
in ihrem Dienst. . . . udi herding-Berlin.

gartensaal-ecke. — oben: esszimmer mit rotem lack-büfett
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