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Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 3.1905

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https://doi.org/10.11588/diglit.4389#0083

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EDWARD GORDON
CRAIG

i» 9 O S

Edward Gordon Craig ist ein junger
Mann von etwa dreissig Jahren, der
zeitlos wirkt. Wenn er verstimmt worden
ist, kann er wie ein Vierzigjähriger aus-
sehen; wenn er seine Gemütsruhe hat
und die natürliche Heiterkeit auf seinem
etwas mädchenhaftem Gesicht ein-
gekehrt ist, scheint er zweiundzwanzig
Jahre alt zu sein. Er geht ein wenig
vornübergebeugt; irre ich nicht, so ist
das der Gang von Henry Irving, dem
Schauspieldirektor, der Craigs Lehr-
meister war. Craig hat unter ihm als
Statist zuerst, in kleineren Rollen her-
nach gearbeitet — seine schönste
Erinnerung an den Schauspielerberuf,
dem er angehört hat, ist aber die, wie
er als Direktor einer kleinen Truppe
die Provinzen bereisen und Shakespeare-
sche Stücke aufführen durfte. Im
Schatten des Theaters ist Craig heran-
gewachsen. Seine Mutter war Ellen
Terry, die gefeierte Schauspielerin, die
Irvings Mitspielerin während langer
Jahre war.

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