Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 3.1905

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AUS DER CORRESPONDENZ
VINCENT VAN GOCHS

Heute wieder einmal ein harter Arbeitstag.
Was würdest Du wohl zu meinen jetzigen Arbeiten
sagen? Jedenfalls würdest Du nicht den gewissen-
haften und beinahe schüchternen Pinselstrich Ce-
zanne's darin finden. Da ich aber denselben Land-
strich, die Crau und die Camargue, male, wenn
auch an einer etwas anderen Stelle, so könnten
immerhin einige Farbenanklänge darin vorhanden
sein. Was weiss ich! unwillkürlich habe ich mal

(FORTSETZUNG)

an Ce'zanne gedacht, gerade wenn ich mir seinen
ungeschickten Pinselstrich (entschuldige das Wort
„ungeschickt") bei manchen Studien vorgestellt
habe, die wahrscheinlich bei vollem Nordwind aus-
geführt sind. Da ich, die Hälfte der Zeit, mit den-
selben Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, erkläre
ich es mir, warum Cezanne's Pinselstrich manchmal
sicher, manchmal ungeschickt ist: seine Staffelei
wackelt eben. Ich habe einige Male rasend schnell

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