Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 20.1922

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BAYERISCH. ERSTES VIERTEL DES 16. JAHRHUNDERTS

GOTISCHE HOLZPLASTIK

IM GERMANISCHEN NATIONALMUSEUM IN NÜRNBERG

VON

HEINRICH HÖHN

Bis zum Herbst des vergangenen Jahres war die
Sammlung der gotischen Holzbildwerke des
Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg, aus
deren Beständen einige der künstlerisch bedeut-
samsten Werke hier kurz charakterisiert werden
sollen, im Kirchenraum und in Nachbarräumen,
die für die Aufstellung einer größeren Anzahl von
Plastiken ungünstig sind, untergebracht. In der
Kirche, die, wie die übrigen Bauten des 1380 be-
gründeten Karthäuserklosters, schon 1857 für die
Zwecke des Museums erworben wurden, standen

die Figuren in Reihen dicht gedrängt hinter und
nebeneinander und brachten sich gegenseitig mit
Sicherheit um die Wirkung. Es hatte den An-
schein, als ob man hier in einem Magazin sei.
Es war, als sei man dazu verurteilt, hier viele
ohne einen bestimmten klaren Sinn vereinte Musik-
instrumente anzuhören, die willkürlich durchein-
anderlärmten. Nun ist die schlimme Raumnot,
unter der auch die Steinbildwerke und die Ge-
mälde zu leiden hatten, durch einen sachlich guten,
geschmackvollen Neubau, der von G. Bestelmeyer
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