Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 20.1922

Seite: 371
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kk1922/0388
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
fERLIN

: entwuchern und in [■
: Pilze den Mulm ihrer:.
mßen« werden sich de-■
Wen entgegenkratern, k'

durchsichtigen Böden, E.
rial kann das alldimens:;:

den Wohnling in «ups
1 Bodenspiegel aber ri
Formen durchqueren li
as erste Licht spielt, der:.
urch die dünnsten Stell;:
:h die Möbelwnchenitf
iftigkeit entstofflicht d
ien-Skulpturen umsctae
mütterlichen Tastsinn H
us zum Erlebnis»«
Itter, die uns hegtnni;-
Llwespenbabys, ein ufc
en Kräften unserer pik
r ein Prokrustesbett aurt
»eingeschnittener Stftf
Schöpfe, deren Vor^
laben . • ■ •

e Die Hunstig
'Das ostasiatische ^
Miniatum^lereü«^

er, Berlin 19«'

BRUNO rA.
EIPZIG

RUDOLF LEVY

VON

KARL SCHEFFLER

Bis vor kurzem haben wir von Rudolf Levy
mehr gehört als gesehen. Wer in Paris
irgendwie mit dem Kreis des Cafe du Dome in
Berührung gekommen war, erzählte von Levy.
Von seiner Vielseitigkeit, seinen hundert Künsten
und guten Witzen. Nur von seiner Malerei war
eigentlich nie die Rede. Man mußte glauben, er sei
einer jener Künstler, die es mit ihrem Talent und der
Kunst leicht nehmen, die mit Pfeifen und Singen
gelegentlich ein weniges auch arbeiten. Diese Mei-
nung wurde auf Ausstellungen nicht korrigiert,
denn man sah Levys Bilder in Deutschland selten.
Dann brachte der Krieg den Künstler auf Um-
wegen in die Heimat, beanspruchte ihn aber auch
so, daß es mit dem Malen nicht viel wurde. Was
trotzdem entstand, blieb hauptsächlich im Rhein-
land, so daß Levy in Berlin nach wie vor mehr
ein Name war als eine lebendige Vorstellung. Mit

einer gewissen Regelmäßigkeit ausgestellt hat der
Künstler erst seit 1920. Jetzt ist er nach Berlin
gekommen, und gibt mit einer Kollektivausstel-
lung in der Galerie Flechtheim in umfassender
Weise Rechenschaft über sein Wollen und Können
als Maler.

Und da zeigt es sich — wie so oft —, daß
die Vorstellungen falsch waren, daß uns wieder
einmal die Ohren vom Unwichtigen vollgeredet
worden sind, und daß verschwiegen wurde, worauf
alles ankommt: daß Rudolf Levy ein sehr ernster,
angestrengt und mit schönem Verantwortlichkeits-
gefühl arbeitender Maler ist, ein Künstler, den
man nicht im Cafe richtig kennen lernt, sondern
in der Werkstatt.

Für den Katalog der Ausstellung hat der Freund
und Genosse Levys, Hans Purrmann, ein reizen-
des kurzes Vorwort geschrieben. Mit graziöser

371
loading ...