Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 20.1922

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MODERNE GRAPHIK
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DER HOLZSCHNITT IN GEGENWART UND ZUKUNFT

VON

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HOLZSCHNITT

Der Holzschnitt, das älteste und einfachste Verfahren des Bild-
drucks, hat in der jüngsten Zeit wieder Teilnahme bei den
Malern gefunden, nachdem er im achtzehnten Jahrhundert fast
verschwunden und im neunzehnten zwar eine große, aber sub-
altern dienstbare, Rolle gespielt hatte. Münch, Kirchner, Barlach
und andere den Gestaltungswillen unserer Tage repräsentierende
Meister, schneiden die Holzstücke mit eigener Hand, so daß
der Originalholzschnitt — im eigentlichen Sinne dieses Begriffes
— aufs Neue erstanden ist. In diesem Sinn original war der
Holzschnitt seit 1510 ungefähr nicht mehr gewesen. Schon
damals nämlich haben berufsmäßige Holzschneider begonnen, die
von den erfindenden Malern auf den Stock aufgetragene Zeich-
nung auszuschneiden. Dieser Dualismus der Produktion läßt
sich ebensowohl als Merkmal wie als Ursache des Verfalls be-
trachten. Die Maler, die in unserer Zeit zum Holzstocke greifen
und diese Technik als ein ihrem schöpferischen Willen ge-
mäßes Ausdrucksmittel wählen, unterwerfen sich freiwillig

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