Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 20.1922

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HANS MEID, ZIGEUNER AM FLUSS. 1919

PIETER BRUEGEL

VON

MAX FRIED LÄNDER

DIE ENTWICKLUNG

Werde, der du bist. — Wie alle reifenden Meister,
die nicht durch Anregung von außen her,
sondern aus eigener Kraft produktiv sind, scheint
Bruegel auf diese Mahnung zu hören. Er war, der
er war, mehr am, Ende als zu Beginn seiner Lauf-
bahn. Seine Entwicklung ist die Entfaltung seines
Charakters. Zuerst verhüllt durch Bedingtheiten,
die aus der Zeit und den Ansprüchen der Auftrag-
Anmerkung der Redaktion: Dieser Abschnitt ist
einem (wahrhaft glänzend disponierten und geschriebenen)
Werk Max J. Friedländers über Pieter Bruegel entnommen,
das soeben im Propyläen-Verlag, Berlin, erschienen ist.

geber stammen, tritt seine Natur immer reiner und
offener hervor. Die zeitliche Ordnung der uns
erhaltenen Werke ist eben deshalb aufschlußreich,
weil das dadurch veranschaulichte Werden den
Kern seiner Natur entblößt. Dieses Werden aber
ist weniger bewußtes Streben als Gravitation. Der
Endpunkt ist zugleich der Höhepunkt. Nachdem
uns die Richtung des Weges klar geworden ist,
glauben wir sogar über den Punkt seines früh-
zeitigen Todes hinausblicken zu können. Umge-
kehrt erleichtert uns die Kenntnis seiner Natur,
die erhaltenen Monumente zeitlich zu gruppieren.

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