Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 15.1880

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Die Markuskirche in Venedig und der englische Protest gegen die Neuaufsnhrung ihrer Fayade.

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Aquin; sein Grundplan des Kölner Domes. Duns Scotus
auf dem Lehrstuhle zu Köln.

33. Römerzug Heinrich's VII. von Luxemburg.
Empfang durch Dante in Florenz, Angesichts des Domes.
Sein Buch Ü6 monurLliiu. 1312.

34. Ludwig der Bayer setzt sich 1327 zu Mailand
b>e eiserne Krone auf.

35. Friedrich von Hohenzollern empfängt auf dem
^vncil zu Konstanz 1415 die Belehnung mit der Mark
^randenburg.

36. Nikolaus von Cusa im Sophiendom zu Con-
stantinopel, als Legat des röm. Stuhles, das Werk der
Ünivn mit Kaiser Johannes dem Paläologen zu be-
ststigen. 1447.

Vierte Erzthürc.

37. Maximilian von Habsburg und Maria von
^urgund danken bei der Begegnung auf dem Marktplatze
>iu Gent Gott auf den Knieen für ihre und der schönen
Lande Bercinigung. 1478.

38. Hadrian IV. von Utrecht zieht in apostolischer
^infachheit als deutscher Papst baarfuß in Rom ein.
>52l.

39. Sultan Soliman II. vor Wien. Flucht aus
deiu Zxst beim Ausfall des Grafen Niklas von Salm.
l529.

zu Roß einreiteud nach der Apokalypse der deutschen
Nation.

48. Der Tempel des heiligen Graal als Bild der
schließlichen Versöhnung der Nationen und Konfessionen.
Der Priesterkönig Johann amtirt nach der Legende als
der Nachfolger der heiligen Drei Könige.

Jn dieser beiläufigen*) Aufeinanderfvlge der Relief-
bilder von ewiger Dauer hält der Kölner Dom auch den
Vergleich mit den Hauptkirchen aller Länder aus. An
Schlachtscenen und „küencr Recken striten", ist kein
Mangel, aber durch Kampf zum Sieg! Es gilt Leben
und Slreben der deutschen Christenheit, deren Oberhaupl
„Geheiligte Majestät" hieß, im Verlaufe von bald zwei
Jahrtauscnden, so alt wic die Kirche ist, den Bürgern
der Dreikönigsstadt nnd dem Volke aus allen Ländern
beim ersten Eintritt in die Kathedrale zum würdevollen
Anblick zu bieten. Kirchliche uud nationale Gedanten
stimmen hier zusammen, und an Begeisterung ver Künstlcr
fehlt cs nicht, sie in Harmvnie mit dem Prachlbau zur
Ausführung zu bringen. Allaf Köln!

München. Prof. vr. Sepp.

Die Mnrkuskirche in Venedig

und der

eiiglische protest gegcu dic Neuaiiffllhrung ihrcr ffaxade.

40. Kaiser Karl's V. Seczug wider die Barbaresken
v°r Tunis. 1535.

41. Nikolaus Kopernikus auf dem astronomischen
^hurme zu Frauenburg, Entdecker des Weltsystems.
^Üandrelief: Simson grcift in die Solstitialsäulen.

42. Hcrzog Ernst, Bruder des Kurfürsten Maxi-
^"lian I. des Katholischen, eröffnet die Reihe der
stuif Erzbischöfe bayerischer Linie auf dem Kurstuhle zu
K°ln. 1583.

43. Ansbau der römischen Peterskirche mit dem
Paiitheon als Kuppel.

Wcstfälischer Friedensschluß mit Frankreich zu
1648. Bild der Kreuzannagelung im Hinter-

Srundc.

44.

Dliiiister

45. Völkersicg zu Leipzig. Die drei Monarchen
lnieen zum Dankgebete auf dem Schlachtfclde.

46. Friedrich Wilhelm IV. legt am 4. Sept. 1842
^n Grundstein zum Ausbau des Kölner Domes. Fr.
^chlegel, beide Boisscrse, Görres, Wallraf, Richarz,

^jbischvf Geißel, dazu die neuenDombaumeister Zwirner

Und in > - -- - — - " - "

llloigtel. Auch König Ludwig I. von Baiern sei
viner der geistigen Urhebcr und Haupttheilnehmer
dein Werke gegenwärtig. Glasgemäldc der Anfer-

>°ehung.

als

an

47. Schlacht am Weltende zur Wiederherstellung der
nlten Herrlichkeit des Reichcs. Der Schilb an der
^ltesche zur Eröffnung bes Gerichtcs. Der große König

(Schluß.)

Jch muß nach dieser Einschaltung nvchmals auf
die Ergebnisse des Zcitungskampfes zurückgreifen. Herr
H. Wallis sah sich am 1. Dec. genvthigt, den belci-
digenden Tvn in deni vffencu Schreiben des öfter gc-
nannten S. Markusarchitekten Meduna zuriickzuweisen.
Es geschah dies aus die ruhigste nnd feinste Wcise.
Venedig könnte diesem Herrn, welcher nur das Jn-
tereffe und die Würde der Kunst im Auge hat, recht
dankbar sein.

Am 3. Dcc. endlich crschien in der „Times" eine
von Jtalien ausgehende Korrespondenz. Mit der
Uebersetzung derselben beschloß die hiesige Lokalpresse
einstweilen ihre Polemik; Weiteres ist bis zur Stundc
noch nicht erfolgt. Eine Antwort in aller Fvrm von
Seiten des Ministeriums an die Bittsteller oder viel-
mehr Protestirenden ist also nicht erlassen worden, svn-
dern es ist lediglich diese Korrespondenz als Antwvrt
zu betrachten. Sie begiunt mit der Versicherung,
wie sehr der von Eugland ansgehende Protcst das
Ministerium erregt nud bctvcgt habe. „Man könue
jedoch nicht begreifcn, warnm gerade England jctzt

*) Möchten die Künstler bis zum aussichtsvolleu Er-
scheinen eines neuen Programmes an den jetzt schon ge-
sicherten Modellscenen 1, 2 und 25 ihre Kraft erproben! —
Toch nie und nimmer im Nenaissancestile, sondern eventuell
im Zusamnienivirken unter einheitlicher Oberleitung.
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