Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 15.1880

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15. Iahrgang.

Beiträge

smd an s)rof. Dr. L. von
^ützow (Wien, Ttzere-
sanunlgasse 25) oder an
die Verlagshandlung in
^eipzig, Gartenstr. 6,
zu richten.

15. 217ai

Nr.Zi.

Jnserate

ü 25 ssf. für die drei

1880.

Veiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst.

Erscheint von September bis Iuli jede woche am Donnerstag, von Iuli bis September alle ^ Tage, für die Abonnenten der ,,Zeitschrift für
bildende Kunst" gratis; für stch allein bezogesr koflet der Iabrgang 9 Mark sowohl im Buchhandel als auch bei den deutschen

und österreichischen ssoftanstalten.


Die Aunstthätigkeit in Aarlsruhe.

Fast alle grvßercn Kunststädte haben ihrc Bericht-
krstatter, wclche in Fachzeitschristen nnd Zeitnngen
bber lvkale Ausstellungcn nnd Leistungen Knnde geben.
^arlsrnhe wird leider fast immer nbersehen; was von
!>>er aus anf grvßere Kunstansstellungen kvnnnt, findet
vian wvhl vvn Knnstkritikern vvm Fache in der
^effentlichkeit mehr vdcr weniger anerkennend erwähnt,
rst gerechter bcurthcilt als in lokalen Krcisen, welche
Ennstlcr nnd Knnstwerk nicht Vvn einander zu trennen
b-'dsen vder dcn Schnlcr neben dem Meister zu gering
^ariren, nicht selten aber auch ans pcrsvnlicher Partei-
nahnie für oder wider Diesen nnd Jenen, die idea-
^'stische vder realistischc Nichtnng, einseitig nnd wenig
"effend besprvchcn. Wcnn an einein Ortc ein sv
^eges Strcben nnd Kvnnen zu bcmcrken ist wie hier,
^Mn die Produktivn quantitativ wie qualitativ so
hervorragcnd ist, daß unsere Stadt in diesen Bezie-
^ungen hintcr keiner anderen in Deutschland zurncksteht,
^ hegen die Künstler wvhl mit Necht den Wnnsch,
^uß man ihrer Thätigkeit auch die gebührende Wür-
^gnng in der Oeffentlichkeit zu Theil wcrden laffe.
Ünd wenn man wie Schreiber ^icscr Zeilen Gelegen-
gehabt hat, seit Jahren die Atcliers zu besuchen,
^ höchst anerkenncnswerthen Fvrtschritte der Künstler
^u beobachten, sich mit dein vcrtrant zu machen, was
Einzelne innerhalb dcr Grcnzen seiner sttichtnng,
I>u>ier Fähigkeiten nnd Ncigungen gewvllt hat, sv darf
wohl seinem inneren Drange dnrch einige Wvrte
>>ber hiesige Künstlcr nnd Knnstwerkc Ansdruck geben,
uinit mehr als seithcr die Aufincrksainkeit der Knnst-

freunde aus das tüchtige Wirken und Schaffen in nn-
serer Vaterstadt hingelenkt werde. Verdankt sie auch
ihren Ruf als Pflegerin der schvncn Künste zunächst
derMunisizcnzunseres allverehrtenGrvßherzogs, wclcher
der Musik wic dem Schauspiel eine Stätte bereitete
und den Dichter zu ehren weiß, welcher der Malerei,
der Bildhauerei nnd dcr Knnst des Kupferstiches so-
wohl durch Gründung unserer Knnstschule (19. De-
zember 1854), als auch durch Herbeizichnng Vvn Mei-
stcrn wie C. F. Lessing und Adolf Schrvdter ein sicheres
Fundament gegeben hatte, so haben doch die gün-
stigen lvkalen Verhältniffc nicht wcnig dazu beigetragen,
diesen Künstlern, wie dcn verstorbenen Schirmer, Dietz,
Des Condrcs, Steinhäuser, Willmann, cndlich dcn von
hier weggezogenen Professoren Gnssow nnd Riefstahl
Anregnng zur Entfaltung ihrer niannigfachen Talente
zn geben.

Die hicr znr Zcit noch thätigen Prosessorcn dcr
Kunstschule, Gude, Hildebrand, Hoff, Keller, Pock,
Tenner führen das Werk rüstig fort, welches jcne anf
der gebotenen Grundlage begonnen haben.

Vor der Gründnng der Kunstschnle inußten die
angehendcn Künstler, welche Baden ihr Vaterland
nannten oder in ihm ihre Erziehnng genvssen, in an-
dere Gegenden Deutschlands, sa in's Ansland ziehen,
nm des Unterrichts in der Kunst theilhastig zu wer-
dcn; so Feuerbach, Fohr, Kirncr, Nottmann, stioux.
Scit 25 Jahrcn dagegen haben sich hier ganz oder
theilweiscMaler wie Canvn, Dahl, Deicker, Disen, Ebel,
Epp, Fahrbach, Fresenins, v. Gebhardt, Hansteen,
Karl Hoff, Jutz, Keller, Klinger, Kotsch, Mnheiin,
Mnnsterjetiii, Nabert, Nielsei^ NicntvwSkh, Osterrvth,
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