Voss, Georg [Hrsg.]; Lehfeldt, Paul [Bearb.]
Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens: Herzogthum Sachsen-Meiningen: Kreis Saalfeld ; Amtsgerichtsbezirke Saalfeld, Kranichfeld, Camburg, Gräfenthal und Pössneck — Jena, 1892

Seite: 166
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Tbeppendorf.

Kranichfeld. 28

edel oder so individuell, wie die mancher Altarwerke der gleichen Werkstatt. Immer-
hin ist das Gesicht des heiligen Gregor von sehr guter Bildung. Im Ganzen am
besten gelungen ist die heilige Katharina, welche mit der Hand an den Schwertgrift'
fasst. Bemerkenswerth ist die Neigung des Künstlers zu noch gothisch manierirter
Biegung der Körper, welche sich besonders bei den Jünglingsgestalten Georg und
Martin — denn auch dieser ist ganz jugendlich gedacht — geltend macht. Wirkung,
wie kunstgeschichtliches Interesse werden durch die ausgezeichnete Erhaltung der
Figuren mit Farben und Vergoldungen gemehrt; alle Finger und Attribute sind, wie
an wenigen dieser Werke, unversehrt. Gleich gut erhalten sind die Baldachine, deren
künstliche und zierliche Schnitzarbeit meisterhaft ist. Die Figuren sind 1,20 m hoch.
Die Aussenseiten des Mittelschreines und der Flügel zeigen in Malerei nur das
stilisirte, scharf gezahnte Blattwerk der Spätgothik in rothen und grünen Farben.
— Brückner, Landeskunde II, S. 803, führt ein Altarwerk als im Inventar von 1631 genannt an,
wohl das hier beschriebene, wobei aber „7 Figuren" zu lesen ist. — Brückner, - Samml. S. 77. —
Hess, in Thüring. Vereins-Zeitschr. IV, S. 44.

2 Leuchter, 1713 von J. Fr. Grimm gestiftet; Taufschalc, 1717 J. Fr. Bietsell;
Weinkanne, 1787 von J. C. Hein gestiftet. Zinn.

Kelch, aus dem 18. Jahrhundert. Sechspass-Fuss: Q; runder Knauf mit flach
herausgetriebenen Eiern. Silber, vergoldet.

Am Hause des Herrn Ortsvorstehers:

Thorfahrt, in üblicher Weise aus zwei Rundbögen, einem grossen und einem
kleinen, bestehend. Der erstere ist laut Inschrift Renovation von 1746; der letztere
von 1517 erhalten (Inschrift an der Tafel darüber) mit etwas Profilirungen und mit
Sitznischen an den Pfeilern.

Am Haus des Herrn Treiber ist das kleinere Rundbogenthor erhalten, mit: 1565
im Bogen.

Markersdorf (Marxdorf), 1,8 km nördlich von Treppendorf [Wüstung,
wohl im Bruderkriege zerstört, 1462 wüste, dann wieder aufgebaut, im dreissigjährigen
Kriege wieder zerstört. Die Stelle heisst auch] wüste Kirche, denn von der
ehemaligen Kirche ist noch einiges unbedeutendes Mauerwerk, wohl Reste des Lang-
hauses und eines West-Thurmes, 2—3 m hoch, erhalten. — Brückner a. a. 0. —
Timler j., Mittheil. - Topf, S. 72.
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