Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 59.1926-1927

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Züricher Gartengestaltung

elsbet er1tschi—mannheim

»kissen mit seidenstickerei«

Man sieht in ihr den Menschen durchaus sein OELBSTHILFE. (schluss von s. 74.) Von außen
Interesse behaupten, seinen Bereich betonen; ^3 her also fast nirgends Hilfe. Da muß er zur
kein romantisches Hinübersehnen zur Natur liegt Selbsthilfe schreiten. Wo ein Eingang ist, da ist

vor. Aber das abge-
grenzte Auftreten der
Natur vollzieht sich in
voller, schöner Frei-
heit. Die architektoni-
schen Elemente schaf-
fen den Rahmen; aber
in diesem Rahmen ist
Natur verdichtet und
ungebrochen zugegen.
Der Mensch verkehrt
mit der Natur von
gleich zu gleich, ohne
Gewaltsamkeit, doch
auch ohne Unterwer-
fung. Man kann diese
Art Gartengestaltung
wohl lesen als Zei-
chen einer kräftigen
Menschlichkeit, für die
sich das alte Problem
des Verhältnisses zur
Natur entspannt und
auf die günstigste Wei-
se gelöst hat. Weder
sucht der Mensch in
diesem Garten die Na-
tur nach sich zu for-
men,noch sichnachder
Natur: es herrscht zwi-
schen beiden eine ge-
lassene Freundschaft.

prof. th. wende. »spirituslampchen eur rauchzeug«
silber getrieben. etwa zweidrittel grösse

auch ein Ausgang. Er
muß eine Tageskarte
lösen, die ihn frei ein-
und ausgehen läßt, so
oft er will. Nach drei
intensiv besichtigten
Sälen braucht er Er-
holung, braucht frische
Luft, frisches Licht.
Also für 5 oder 10
Minuten hinaus! Und
dann mit erholten Au-
gen und Gefühlen von
frischem begonnen.
Von jeder zur Be-
sichtigung verfügbaren
Stunde müssen minde-
stens 20 Minuten die-
ser Erholung gewid-
met werden. Nurdann
kann die Zeit des Be-
trachtens voll genutzt
werden. Eine halbe
Stunde mit gesammel-
ter Kraft geschaut,
vermag mehr und tie-
fere Eindrücke zu ver-
mitteln, als ein ganzer
in der Ausstellung ver-
brachter Tag, der den
müden Betrachter nur
verdrießt, dr. schürer
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