Kunst und Künstler: illustrierte Monatsschrift für bildende Kunst und Kunstgewerbe — 24.1926

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CONJEEVARAM, KATLASANATHA-TEMPEL: EINGANG ZU EINEM PAVILLON

AUS MEINEM O S T A S I A T I S C H E N REISETAGEBUCH

VON

WILLIAM COHN

II: In der alten Ha
Conjeevaram, den 7.12. 1924.
T Tm 6 Uhr früh steht das Auto im Garten un-
seres Madraser Hotels. Wie das Auto dem
westlichen Eindringling das Leben in den Tropen
erleichtert! Die Sonne brennt selbst in den sogenann-
ten Wintermonaten so unerträglich, daß jede Bewe-
gung zur Qual wird. Überdies gilt zu Fuß zu gehen
oder gar Straßenbahn zu fahren als unvornehm.
Eisenbahnverbindungen sind spärlich und langsam.
Hier tritt überall das Auto ein, viel entscheidender
als in Europa. Da Indien schon aus militärischen
Gründen mit einem guten Straßennetz überzogen
ist, gibt es heute keine schwer- oder gar uner-
reichbaren Plätze mehr. Nicht zuletzt die Kunst-

uptstadt der Pallava

forschung vermag von dieser Erleichterung zu pro-
fitieren. Wo man früher beschwerliche Tagesreisen
auf oft federlosen Karren benötigte, genügen jetzt
wenige bequeme Autostunden, ziemlich staubfreie
sogar, da entgegenkommende oder überholende
Autos auf dem Lande eine Seltenheit sind.

Wir durchqueren die ausgedehnten Vorstädte
von Madras, die mit ihrem Menschengewimmel
und ihren unzähligen kleinen Verkaufsständen viel
amüsanter sind, als die breiten europäisierten Straßen
der inneren Stadt. Wir passieren Adyar und er-
blicken in der Ferne das prachtvoll an der Mün-
dung des Adyarflusses ins Meer gelegene, von
Hainen umgebene, schloßartige Hauptquartier der
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