Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 20.1885

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Nekrologe,

106

--- »tnis, scinx Hinneigung zur Architektur des römi-

^len Kaiserreiches.

und einen wertvollen Versuch zu

die an jene anknüpfen, in den
und machen ihn zu eineni der

deren Verwendung sür unsere Zwecke. Wie gesog >
gerade solche Motive,

Neubnu übergegangen

schönstcn Bahnhöse der Wclt. ,

Von dem Projekt sind acht Blatter ausgctlc , >
Zwar vier Grundristc, zwci Schnitte nne dic e> c
sastade in nat. Größe, sowie cine inncre, nnvott-
cndcte Perspektive, alles in Kontur; die außere Per-
spektive, von der uns Photographien bekannt imd, M
leider nicht vorhandcn; ste vcranschaulicht bcper a s
l»e geometrischen Zcichnnngcn dic großartig gcda ) c
äußcre Gruppirnng.

^ -5. Farbcnskizze für das Waschschifs bes Hrn.

^rcichlcr. Aus der Limmat schwamm eine zcitlang
e>n klcines Häuschen, in welchem cine Dampswäsche
untcrgebracht war, und sür wclchcs Scmper dic Skizzen

gemacht.

»niged

sür wclches Scmper die Skigz

Es war ringsum mit einer gedeckten Galcric

"mgcven, deren Rückwand hintcr dcn Säulchcn poin-

pejanisch dekorirt war. Die Ansstellung enthält den

lolorirtcn Entwnrs sür cine Travee dicser Wändc, ungc-
söhr in >/.. ..

nat. Größe. Für die Aussührung wurdcn
einige Änderungen in dcn Tonen durch beigesügte
Notizen von Sempers Hand angeordnct.

6. Projekt sür das eidgenvssische Polp-

lechnikum, zwei Grundriste nnd drei Fapaden, ncbst

phvtographischcr Ausnahmc des Bestibülc's nach dcr

Natur und der Aula nach den Projekten.
öcrniisten

wir das schöne Blatt der perspcktivischen
^ns'cht des Bestibüle's mit se'

(Auch hier

statt

seiner projcktirtcn Aus-
>->-"ung.) Wir haben hicr ossenbar die zur An-.-sühinng
genehmigten Plänc vor uns, von denen keine wcscnt-
t'chen Abwcichnngen mehr stattgcsundcn. Jn denMaPpen
s'nden sich einc Reihe von Stndien zur Lösung dco

MittelbaueK

vaues.

7. Projekt snr di
Winterthu

»atürl.

1861.

katholische Kirche

Mnf Blätter, Faffc.de

in 1:50

., in

kolorirt; Schnitte nnd Grundriste auch
'» 1>50 natürl. Grvße.

Das einsache byzantinisch - venezianische Motiv
ei»cr Mittelkuppel übcr zwei sich schneidenden Tonnen
»nt vier Eckräumen liegt diesem Entwurse zu Grunde.
Merkwürdigerweise sind im Jnnern nur die die Pfeiler
»erbindcnden Gurten gewölbt, allcs übrige, auch der
^ierungsraum, mit flacher Decke gedachl. J,„ Auß

"sch


—. flacher Kalotte und Laterne
'» Turm ist unmittclbar angebaut, eben so l,ocl
^je Kuppel und mit venezianischen . -

INII I-I,iiezlanischen Liseuen
"e Galerie vcrsehen, vor der Faffade

halle

m deren Mitte eine

eren
gen mit
»»geordnet.

, wie
^is unter
offene Vor-

gwße Bogenüff^

Säulen. Als Sakristei ist einer der vier Eckräumc
abgegrenzt.

Dieses Projekt hat mehr als alle anderen Entwürfe
Sempers einen venezianischen Anklang; cs ist leider
wegen der fehlenden Mittel nicht zur Ausführung ge-
langt. Erst zehn Jahre später wurde eine gotische
Kirche nach den Plänen von Bareiß erbaut.

8. Projekt sür eiiien Bazar in Zürich, an
Stellc des später dort crbautcn „Tiefenhofes".

Hier ist das Mvtiv dcr Uffizicn in zwei Stock-
werken übereinander sehr glücklich verwendet, darüber
noch eine Etage mit Wohnungen.

9. Projckt für das Stadthans in Winter-
thur. 1864.

Außer den Originalzcichniingcn und Photogra-
phien dcs ausgcführten Banes ist hier cine Vorarbeit,
cin crster Entwurf, ausgestellt, in welchem der Mittel-
bau sehr wcnig über die Seitenparticn vorspringt, in-
folgedcffcii die Treppcnanlage im Vcstibül und der
Sitzungssaal viel bcschränkter ausgcfallen wären. Auch
fehlt die großc Freitrcppe, an deren Stclle ein Quader-
nnterbau unter dem Portikus mit drei Öffnnngen
projektirt war. Es ist gewiß alS ein großes Glück zu
bctrachtcn, daß die damalige Finanzlage der Stadt nnd,
wie crwähnt, die Muiiisiccnz kunstsinniger Bürger die
Ausftthrung dcs zweiteu, vergrößerten und wcsentlich
vcrbesscrten EuIIvurfes möglich machten. Das Gebäudc
ivird, trotz seiner relativ klcinen Dimcnsionen, stets eines
dcr bedcntcndstcn und hervorragendstcn Werke unseres
Jahrhunderts bleiben, in welchem uiit so geringcn
Mitteln die größte moiiiimciitale Wirkung erzielt ist.

Die Origiiialzeichiiiing der Fassade ist wiedcr auf
gclbem Papier in Blei schattirt, cinige Lichter in Weiß
ausgesetzt; das auSgcführtc Gebäude zeigt verschiedene
kleine Änderuiigeii, die anf ein anßerordentlich sorg-
fältiges Dctailstudium schlicßen laffen.

(Schluß folgt.)

Nekrologe.

Fncdiich Dürck ck. Nach inehrjährigen Leiden, aber bei
voller Geistesfrische, schied am 25. Oktober früh '/zb Uhr
wiederum einer der alten Garde aus der Zeit Ludwigs t,
aus dem Leben, Friedrich Dllrck wurde am 28, August des
Jahres 1809 zn Leipzig geboren uud erhielt den ersten
Unterricht in der Kunst von dem Professor an der Zeichen-
schule der dortigen Akademie Hans Veit Schnorr von Carols-
seld, siedelte aber 1824 nach München über, um seine Stu-
dien unter der Leitung seines Oheims, des Lerühmten
Porträtmalers Karl Stieler, königl. Hofmalers daselbst, fort-
zusetzen. Nebenbei besuchte Dürck auch die königl. Akademie
behielt aber als Hauptzweck seine Ausbildung zum Bildnis-
maler im Auge. Sein Wunsch, Jtalieu, zu sehen, gj„g erst
im Jahre 1836 in Erfüllung, in wslchem Jahre er über
Dresden und Wien nach Florenz und Rom ging, um dort länae-
ren Aufenthalt zu nehmeu u»d die Meistcrwerke des 15 „„d
Jahrhunderts zu studiren. — Aus>Jtalien zurückaekebrt
begann er eine glänzende Laufbahn aus dem Felde der Riid'

,S«»e edle. würdige Ausfassnng nnd überrasckie ide

»uf Tre

' «esffahigkeit, namentlich aber sein außerordentlich eleganter
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