Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 20.1885

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Kunstlitteratur.

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»aive, dem Fra Angelicv verwandle Weise der Tod
Mariä dargestellt. Sie liegt nämlich aus ihrem Bette,
dvn den Apvsteln umringt, währcnd der Heiland in

dcr Mitte davorstehend ein kleines Kind auf den
" . ' - -—^^vs^klnna nicllls

jüngste Gericht darstellend, worin, wie bekannt, die Por-
träts Signorelli's und Fra Angelico's, in Rundbildern an
den Seiten aber verschiedene Episoden aus Dante's gött-
licherKomödie angebracht sind, welche mit denen im Botti-
m„,-„i„;«s„,„„xjuunkte parlnAen.

oen Apv,iern UIUI—8-, n .w kickerKomödie angevrau-iv,.

Mitte davorstehend ein kle.nes K.nd au, den ^ interesiante Vcrgleichungspunkte darbieten.
Armen trägt, das nach hergebrachler Dar>tellnng mwtv c J„ M onteoliveto bei Florenz soll demnächst daS
anderes als die ncuaufgenommene Seele der Abgeschie- ^ Jahrcn aufgcdeckte, interesiante Fragment

denen bedeutet. Wir haben somit die cinzigen erhal- ^ ausaenonimen werdcn, das zweifels-

tenen Frcskcn von diescm Meisler vor nns. Lcider i,t cn e - ^sari angefiihrten Werke Sodoma's

ems die Wiedcrherstcllung seiner anderen Wandmale.eien . '>» Gustav Frizzoni.

-ar^i„„t,°sii uickt ru rählen; i entlpria)!. __ _

oie ^leveryersleuung serncL ..

>n dcr anstoßcnden Cappella Ardinghelli nicht zu zählen;
denn, wie man uns berichtet, sollen die Mauern derselben
gänzlich verdorben sein. Es bleibt uns also von diesem
^crke nichts mehr weiter übrig als dcr Bericht des
^asari, welcher meldel, daß unter den gemalten Figuren
dic Bildnisie Dante's nnd Petrarca's zu sehen waren.

Bollständiger scheint die Wiederherstellung der in
ihrer Art wahrhaft klassischen, großartigen Sakristci
don Santa Croce zu glücken. Die spitzbogigen
Fenster an beiden Sciten, welche teilweise zugemauert,
leilweise ans barbarische Weisc entsiellt worden waren,
erhalten jetzt wieder ihre ursprllngliche Form, der
Dachstuhl steht wieder unbedeckt in seiner rein konstruk-

^tedt wierer unl?et.et.t.», »»» 1».»»»''^ ...

tiven Bildung, mit dem alten harmonischen Faiben- - verösfentlichl uno wvr- -- --- ----
schuiuck da. die Wandsläcken haben wieder ihre ursprüng- „ewcbtcrTcppichezur innereuAusschmiickung

liche.gemaltc Dekoration erhalten. Jn der angrenzenden, ,iner Beleuchtung unterzogen hatte.

. ^ ^ ^i.t-"->"ei-k actrennten , ce 4 . unserc Kcnntnis von der Ent-

wickelung gcrad'e dcs gedacksien Kunstzweiges in dcn
wmc—^^ ^ Mpnenwart berab durch

Aunstlitteratur.

I-s luplsssris ckans l'unticiuits, Is siöplos ck'rLtiivnv,
la vöeoirition intsrisui-s cku ?srtlivnon, rsotituse
ck'aprss un passnAS ck'Luripicks, par I-ouis cks
lionsbnuck. (Libliotkvgus intsrnationiils cks
1'it.rt.) Paris, Rouam. 1885. 8». 164 S. Mit
Jllustrationen.

Der gclehrtc Direktvr der Lvuvresammlungen
komnit in dem vorliegendenWerk auf dcn Gcgenstand einer
Stndic zurück, die cr schon 1872 in der llsvus arobso-
logigus untcr dem Titel: I-s I'vplos ä'iLtbvns ?:ir-

tbönos veröffentlicht und worin er die Fragc nach der

innerenAusschmückung

, gemaiie L>eivri»-v„ v--/--»,..,. „

»ur durch ein charakteristischeS Gittcrwcrk getrennten
tteiiien Kapelle der Familie Rinuccini (bezcichnet 1371)

ZtnpeUe oer ^cunuw <,»»»»»»».».».»» /- . ,

'narten nvck zwei Fenster an den Scitcn des Altares ' wickclung geraoc ocv ijcv---,.-.. — .

»' n,.° B-,„.! M---» Ep°ch°- --! d-° s°s°. w- lM-b d- .ch

Guiffrep, Pinchart, Müntz, Guichard und Darcel er-
halten, sowie die allgemcine Tcilnahme dcs kunstlieben-

den Publikuins, die sich dcn Erzcugnisien dieser Art
'---->.. Rerkaffer initbestimmt

-ue gcvuvrenve Lv-rvc-»/—.2-

sind die giottesken Fresken an den Seilcnwänden, beson
ders die oberen sechs Abteilungen, energische beglaubigte
Eerke des tüchtigen Schülers von Givtto, Giovanni
da Milano. Wer sich davon einen klaren Begriff

>ie >->>.- —a->>, -- -

wiuano. Wer pu) v--vv.- .. -e-g-'u -„aewandt hat, mögen dcn Bersasiei mit e tiu

-»ch°« will. ,«°g° si» d!° PH°>»zr»-ch-°» »»'ch°N---> , l ) ,, S»,«-- --- '

>°.!ch° «i. „„.„„!wli»°-, «-!-«-- »»---> N-"- ! NLA «„ T.->>>ich° '« d°- d-° M'--»---

schon seit geranmer Zcit gemacht und in ihre reich- , < ^ ru erweitern.

haltige Sammlung ausgenommen haben. - Da wir aisi , >^.p ^rfällt in zwei Hauptteilc. ^ er esi e

diese hiermit zu sprechen gekommen sind, dürfen wir ^ ^ E - umsaßt die Gcschichte der teptilen
"icht verabsäuinen,die Kunstsreunde auf die zum ersten- Altcrtn.n, bei ÄgYPtern, Asiyrern. Pl-oni-

">al gewagtc und trefslich gclungene photographischc ^^n und Römern. Der orientalsiche Ur-

Herausgabe dcr berühmten Kirche vom heil. Fran; , - tz^-^ben wird sowohl durch litterarische Rach-

i» Assisi ausu.crksam zu mackcn. Nicht nur dic arcksi- ^ auch durch künstlcrischc Belege dargcthan: die

tcktonischen Teilc, sondcrn ganz besondcrs dcr bilbliche ! ^ »on Jllustrationen. wclchc

Schmnck derselben.nämlich die Kapitalwerke Giotto s. ^ ^n Sa.nmlungen des Lonvre cntnommen

die sciner Nacksolger, des Simone Martini. das Altar- ^ '>" „„ alles, was auf die Entwickelung

werk Spagna's w. sind mit einer staunenswertcn Teppichweberei bei den Gnechen

Überwindung der Licht- unt der Lokalitätsschwieng- "" ^ >,„^„ gx^>nders bci ersteren, Bezug hat, herbei-

keiten ausgeführt und dcmnach dcm wcitercn Kreisc dei gxzcigt, welch hohen Grad auch diese

Kunstsreunde zugänglich geworden. i ^unstaattuna gleichzcitig mit der Blüte der hohcn

Aus gleiche, jeden Anspruch befriedigende Wcisi Pcriklcs erlangt hatte.

wurde von Alinari in letzter Zeit der Dom von ^ ' Ncrsasser stellt hierbei auch alles Material
Orvieto photographirt. Wir heben darin besonders dic cr tcchnischen Versahrungs-

Kapelle mit den Fresken Signvrclli's hervor, das znsammeii,
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