Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 20.1885

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2l,I

Ei» „Lionardo da Vinci" in der Berliner Galerie.

wvhlcrhalten Landschast. Gcwän-

Pieter Verbeccq, Lehrer des Wonvcrman. cin „oava- w> Obcrarme des Erlbsers." 2ndc„cn

m t semcm brannen Pserde. sand ^ ^ ^ n°ch nnige andere Parv-n v°^

sl- 310 einen Muser. Anßerden. n°ch versch.den welchc» die «rsprünglich- Hand z« -r^nm

andere Mcister (so ein Wintcr-Landschastcr nn Gc., , ' ^ Halse und an der l'"^"

dcs Claes Molcnacr. der sich 8. van 8on beze.chnet) ^ ^„ia. Hier sieht man deutl.ch. daß der Lch 1,

u-s. w. Jm ganzen waren die Prc.se nicdr.g. ^ das Fleisch emailart.g 'Gs»'^ ' '

Diese klcineren Auktioncn Hollands gcbcn .c» ontstandcncn R.sie gebcn ... - b

Kunsthistoriker ost Gelegenheit. die Bekannlscha,. »»t >n'd Aussehen der ch.nesischen

»»bekanntcn Grvßen des 17. Jahrhunderts zu machcn, Eraquelv-Gcfäßc.

->--- . .. «iichtia hmgc- Rild mit dcr Sammlung Svlly an-

lthistvriker vst Gelegei.yeil, o.e ...

kanntei. Grvßen dcs 17. Jahrhunderts zu macheii. , dcr L)dcrs.au/e

" Z» crneucriii sv eutstandei. diese flüchtig hinge- japanischen Craquelö-Gefäße.
"""" ^»'izcn. Als das Bild mit dcr

° oekaust wurde, nahm es l

wvrscnen Nolr

A. Brcdius.

L». „'Nc'nardo da vi.wi" in der verliner Galer.e.

Wir haben schon vor cin.gen ^

v°» der Nachricht Notiz gcuommc». dax »>. l
des Berlincr M..sc...»s „cin großcs Iuge» ' ...
"ardo's, dcn Auscrstandcncn zwischcn de» ><? -

Leouardus undLueia darstellend. »utvorzi.gl.chschm'
Landschast" ausgesunden worden scin solle. >
d».,- ,..ch

Bildes als cinc sehr gute bezcichnet wcr c. ^ )

>st das sragliche Gemälde von dem Entdeckcr dco,c .
Direktor W. Bode, im „Jahrbuch der kömgl. p.e>>b '
scheu Kunstsammlungen" (V. Bd.. 4. Heft) >"
tvvhlgelungenen Photographie publizirt »» ä
Gegenstande eincr aussi'.hrlichen Besprcchung ge»'»
^vvr^en, m welcher Bvde seine denn

«»e solche handelt es sich zunächst »ur — untcr H>n-
'uziehung des ^uvbandenen

uischen Craquelö-Gefäßc.

Als das Bild mit der Sammlung Svlly an-
gekaust wurde, nahm es Waagen in dcn Katalvg
unter der Bezcichnung „Mailändische Schulc, untcr
Einfluß dcs Livuardv da Biuei" auf. Gegen diese
Bezelchnuiig wird auch heute schwerlich jemand etwas
cinzuwcnden haben. Selbst dicjci.igen, tvclche nach
gewiffen Eigentiimlichkciteii. bcsonders uach dcr Laud-
schaft, gciicigt scin svlltcn, das Bild einc». Nicdcrländer
zuziischrcibcu, werdeu dcn in allcn Teilcn sich kuud-
gcbcnden Eiufluß Livnardo's uicht ablcugnen kvuncii.
Im Jahrc 1843 wurde das Gcmäldc ausrangirt uud
in einem (nicht vffenllichen) Gange aiifgehäi.gt, wv
es dann durch andcrc Gemälde verdcckt wurde und
aeriet, bis es bei Aufräumung

ials

>e handelt es sich zunach,. nur —

Z des gcsamten vorhandenen Bergleichsmate-

verteidigen sucht. Die Anfsindung eines Ge-

ein so wichtiges

es dann durch anderc Gemälve ve^,...

schließlich in Vergesicnheit gcrict. b.s eS be. -i»,.a>-'''»»g

der Magazinc im Frühjahr w.eder au das Tagcsl.cht

^'^Bode ist bci dem Mangel allcr Urkundcn, Noti-
,en. Studieu. Skizzen u. s. w. genötigt. sich be. e.ner
Beweissührung ausschließlich aus s.ilist.scheGrundezu
stiitzen. Er kommt a», Ende zu dcm Resulta daß
va! Bild in der srttheren Zeit von Lionardo s Auscut-
halt in Mailand „ctwa bald nach dcr (svg.) -»erez.a
Crivelli, jedenfalls vor Ausführung der Bronzestat, e

l"is. daß Bvde's Argumentatiou nicht ver,ey.e» u»d deS Abendmahles" entstandcn ,st.^

^o. die Fachgenosicn zu ciner ernstlichcn Priifung in Zahlen ""^d»» j,„ ^„„ktc pxr Dati-

' dre7L7bestk^ ^r ^

.. .— W-ndung an- ^ -

auf authentisckie» Bildern Lionardo's. d.e M,rdo..na
mit der heil. Auna eingcschlosien, st»dcm D.c A.t
, B.. wie das felsige Ufer spitze. braun,che Schatten
aus das grünliche Wasier wirst. sche.nt eher e.ue Hand
des 16. Jahrhunderts anzukünd.gen. a s e.nen Me.ster.
ver sick, erst mit seine... .»» 1498 vollendeten Abend-
...ahl vvu der Befangenheit des 15. Jahrhunderts
losmackste Aber selbst »nt de». Abcndmahle vergl.chcn
-eiqt der Bode'scke Lionardo noch eine bc. wc.tcm
größere Freiheit. Die kleii.cn knitterigen Brüche der
Geivandsalten sind völlig verfch.vunden. An dem Ge-
wandc des Heil. Leonhard giebt sich svgar c.nc Ne.nhcit
„iid Größc dcs StilS kund, ivelche man an den Figurcn
vcrqebcns sucht. Man wird im

cei Jahren beim Ankaus des Rubens aus
>e Schönborn, eine nncrquicklicke Wcudung an
ju.cn wcrde, ist nicht zu besürchten, da cs stch »> >
einen ne.ien Ankaus, sondern, wie gcsagt. >"" '

kettung" eines scit langcn Jahren vorhandcncn .

> aus dem Depot handelt. Es kommcn also mckst
'terielle, sondern rein wisienschastliche Fragcu >»

»tracht.

Die Untersuchung wird von vornherein dadurck
schwert, daß das Bild nicht, wie es srüher hieß, sehr
st, sondern außerordentlich schlecht erhalten ist. Das
iemälde scheint ans eine». Altar gestanden und bicr
adurch gel.tten zu habcn, daß zwei Kerzen gegc»
«sselbe gesallen sind. Zude.n ist es mehrere Male
'bermalt und verputzt worden, so daß nach Wegnahme
ckicker Ölretouchen .. . doch ...ehr oder weniger cine
kiuine srcigelegt wurde." Nach Bode's Untcrsuchung

'aleri.
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