Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1786/​1787

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i5 SUPPLEMENTE ZUR A.L.Z. 178$.

Dieser lies Schmiden examiniren , und gab ihm
das Conrectorat zu Gotha. Als aber da wieder et-
was mit ihm vorfiel , schickte man ihn 1676 als
Rector nach Eisfeld , wogegen lieh anfangs der
dortige Rath beschwerte, in der Folge aber lehr
damit zusrieden war , indem Schmid die Schule
durch seine Geschicklichkeit , den Schülern alles
ohne Qual fasslich zu machen, in so grosse Auf-
nahme brachte, dass auch viele auswärtige Edel-
leute ihre Söhne dahin schickten. Selbst der be-
rühmte Chr. Cellarius hatte ihm seine Vortheile in
den Sprachen zu danken.
Von dem berühmten Hamburgischen Theolo-
gen , Abr. Hinckelmann, dem Herausgeber des Ko-
ran S. 27 u. ss. Eigentlich sollte er gar nicht in
diesemWerke vorkommen; denn er war ein Sach-
se, lebte grösstentheils zu Hamburg, und starb da-
selbst. Weil er aber einen Ruf nach Giessen be-
kommen hatte, so ist dies Hrn. Str. schon Ursache
genug, ihn mit auzuführen; so d la. Gadebufch in
der Livländischen Bibliothek .' — Von dem Hrn.
geh. Tribunalsrath Hopfner inDarmstadt S. 5411. ff.
sehr wenig. Vermuthlich konnte Hr. Str. von ihm
selbst, so wie von manchem andern Manne, nichts
erlangen.— Von sf. C. Hofmann, einem Ollindi-
schen Reisebeschreiber. •— Von dem noch leben-
den Marburgischen Rechtsgelehrten, Hrn. floh,An-
dre Hosmann S. 58 u. ff.— Von dem Jurilten Kol-
termann S. 98 u. ff. — Vom Hrn. Inspector/Zo/te-
apfel zu Schmalkalden S. 110 u- ss. — Von den
Hombergken zu Hach und Schenklengsfeld genealo-
gisch und literarisch S. 118— 176. — Von dem
berühmten medicinischen Schriftsteller Greg. Horß
S. 181 — 199-— Von dem Marburgischen Orien-
talisten foh. Heinr. Hollinger S. 204 — 223. —
Von floh. ssak. Huber, aus Basel, der als Hosrath
und Prosessor der Anatomie in Gassel starb, des be-
rühmten Göttingisch. Gesners Schwiegersohn , erst
Hallers Freund, hernach sein Gegner. — Von
dem theologischen Polygraphen Aegid. Hunnius S.
243 — 277 , und von dessen Sohne , Helfrich Ul-
rich, einem Juristen S. 277-— 289. — Von dem
noch immer achtungswürdigen Theologen, Andr.
Hyperius S. 293—312. •—• Von dem Juristen fse-
liichen S. 323 — 340 — Von/der Familie Ihringk
genealogische Tabellen.— fjak. Chrifloph Ifelius,
ein Basler, der kurze Zeit Professor in Marburg
war. — Von dem noch lebenden Hrn. Georg
Adam fjuncker, aus Hanau, Prof, der deutsehen
Sprache der Ecole militaire zu Paris. — Von der
zahlreichen ssunginannifchen Familie ausführlich S.
413—42g.— Von dem 1782 verdorbenen Ober-
pfarrer Phil. Conrad Jufii in Marburg, und von
dessen noch lebenden Bruder Lconh. f'oh. Karl, der
dessen Stelle erhielt und zugleich ord. Prof, der al-
ten Literatur ist. — Von dem Hrn. Überhosrath
und Leibarzt ss Kamps in Hanau. — Von dem
bekannten Publicisten und Literatur KahleS. 445—•
458. — Von dem 1729 zu Rinteln verdorbenen D.

und Prof. Theol. Kahler wird erzählt, dass er n«-
ben einem scharfen Versande das unvergleichlichste
Gedächtniss bis ins späte Alter besessen habe. , Er
war imStande, allemal die Seitenzahlen derSchola-
itiker und Theologen, in deren Schriften er vor
5o Jahren etwas gelesen, vornemlich auch in den
Werken des Cartesius, zu aliegiren; und in der
Hidorie und Genealogie war er so Itark, dass er
von 400 Jahren die Genealogie eines jeden Fürstl.
Kauses auf der Stelle herzulagen wusste.— Von
dem noch lebenden Hrn. Regierungsrath und Prof.
Kahrel zu Marburg, diesem denkenden, aber son-
derbaren Kopfe S. 483 — 498.
Diesem Bande sind, so wie den vorigen, Zu-
sätze und Berichtigungen zum erden bis sechden
Bande, beygefiigt, die abermals von dem uner-
müdlichen Eiser des Versassers, seine Arbeit mög-
lichd zu vervollkommen , unwidersprechliche Ee-
weise enthalten. Am interessanteden darunter kommt
uns vor die Lebensbeschreibung des Hrn. Rectors
Heyler zu Grünstadt , Seybolds Nachfolger, von
ihm selbst aufgesetzt S. 526— 539.
Leipzig, bey Junius : Schwedisch.es Gelehrfam-
keits- Archiv unter Gufiavs des Dritten flegie-
rung. Vierter Theil, sür die Jahre 1777, 1778
und 1779. Von verschiedenen Gelehrten in
Schiveden ausgearbeitet, und herausgegeben
von Chrifioph Wilhelm Lüdecke. — 1786. 27g
S., ohne die Regiller , in gr. 8. (20 gr.)
Ganz nach Form und Schnitt des vorhergehen-
den Theils. Es werden abermals verschiedene gu-
te und nützliche Bücher, die vorher den 'meiden
deutsehen Gelehrten unbekannt waren, angezeigt;
z. B. acht Schriften sür und wider die Toleranz S.
18 u. ff., wobey Hr. L. auch seine Meynung über
diese Materie mittheilt. Er behauptet mit einem
von den Versassern dieser Schriften , man müße
Religionsduldung und Religionsfreyheit unterschei-
den; und urtheilt im Ganzen sehr gemässigt. Als
ein Mann, der viele Länder und Religionspartheyen,
besonders auch den Geilt der Hierarchie, kennen
gelernt hat, hält er nicht viel auf die Aufnahme
der Römischkatholischen in Schweden, die vermö-
ge des Toleranzedictes unter dem jetzigen König
angegangen ist. „Vielleicht, sagt er, sind seit
„dessen Bekanntmachung schon manche Ersahrun-
gen vorhanden, dass man lieht, ob das Reich so
„viel an Bevölkerung überhaupt und besonders an
„gewiinsehten und beglückten Menschen gewonnen
,,habe, als lieh die Beförderer desselben verspra-
„chen und zuversichtlich hosseten ? oder ob der
„Staat weder an Bevölkerung noch Reichthümern
„dadurch gewonnen und die Oeffentlichkeit nicht-
„evangelischer Religionspartheyen, besonders der
„römischkatholischen , die Besorgnisse der Gegen-
„parthey wahr gemacht habe? “ Wir haben nun
noch zwey Theile zu erwarten,
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