Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1786/​1787 (1790)

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Supplemente

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vom Jahre 178 6.

Numero 9.

GOTTESGELAHRTHEIT,
Erlangen, bey Palm: Neues katechetischesMa-
gazin von Georg Heinrich Lang, Hochfürstl,
Oetting - Oettingischen und Oetting-Wallerstei-
nischen Special - Superintendenten und Psarrer
■zu Hohenaltheim. Erfier Theil. 1785. 3^4 S.
8- U8gr.)
j^Wur die Verlagsänderung hats wie Hr. Sup. L,
selbst sagt, dem fortgefetzten katechetischen
Magazin der?.Titel eines neuen gegeben , obgleich
die ganze Einrichtung desselben, wie sie in den
drey vorhergehenden Theilen war, unverändert ge-
blieben ist. Rec. hat also von der allgemeinen Ein-
richtung dieses neuen Theils eines schon bekannten
und mit verdientem Beyfall aufgenommenen Werks
nichts zu sagen; sondern bloss den Inhalt dieses
Theils anzuzeigen. Nro. I. Sätze der biblifchen
Glaubens - und. Sittenlehre mit Beiceisflellen. — Die-
se Sätze sind aus den Toblerfchen Blättern genom-
men. Der Verf. wollte bey einer Privatunterwei-
sung den älteren Kindern eine Uebung im Schrei-
ben geben , die mit dem Religionsunterricht in
Verbindung stünde, Er gab ihnen also eine Wo-
che um die andere einen Lehrsatz, oder einen Mo-
ralsatz mit angezeichneten Schristörtern, welche das
Kind zu Hause aufsuchen und dazusetzen musste,
damit es auf diese Weise eine Uebung im Auffu-
chen der biblischen Stellen und im Nachdenken
über die Beweiskraft derselben haben mögte. Nach-
her wurden diese Sätze , 1782 auf 5 Bogen also
gedruckt, dass aus jedem Blatte nur ein Satz stund,
und Raum blieb, die Beweissprüche hinzuzuschrei?
ben. Wie nützlich diese Art von Uebung für Kim
der sey; weiss Rec. aus Erfahrung. Die Zweisel,
welche man dagegen machen könnte, hat Herr Tob-
ler in dem unter Nro. II. beygesügten Aussatze :
Bedenklichkeiten und Beruhigung bey den Sätzen der
biblifchen Glaubens - und Sittenlehre, glücklich ge-
hoben. Man muss aber bey den Sätzen und Be-
denklichkeiten die sehr bedeutenden Anmerkungen
mit dazu lesen, die Hr. L. unter den Text gesetzt
hat. HI. IHie Herr Superint. L. die Confirmations-
Al, L, Z. 1786, Supplementband,

handlang der Catechumenen 1784 vornahm. Erfieng
die Handlung mit einem zweckmässigen Gebete an,
und gieng sogleich, nach einer sehr kurzen Anre-
de, zu den Fragen über die Lehren des Christen-
thums fort, welche er den Confirmanden vorlegte.
Diese Fragen waren so eingerichtet, dass die Kin-
der aus dieselben mit einer deutlichen Stelle aus
der Schrift antworten konnten. Sie enthalten die
vornehmsten Wahrheiten der biblischen Glaubens-
und Sittenlehre, und Rec. muss bekennen, dass
der Verf. so wohl durch die Fragen, als durch
die Wahl der biblischen Stellen, welche die Ant-
worten. auf die Fragen geben, ein Meisterstück von
dieser Art von Catechisation geliefert habe. Aber
es mögte wohl nicht jeden Pfarrers Sache seyn,
auf ähnliche Art Catechisationen anzustellen , und
manche möchten sich also wohl bey der Nachah-
mung vorsehen müßen. Zur Probe sind hier eini-
ge Fragen und Antworten, „Verehren wir Chri-
„sten viele Götter, wie die Heiden? Keinesweges :
„denn wie wohl es sind, die Gotter genennt wer-
„den --— durch welchen alle Dinge sind und
„wir durch ihn. 1 Cor. 8, 5. 6. Wie könnt ihr
„aber Jesum Christum für euren einigen Henn hal-
„tfn, durchweichen alle Dinge sind und wir durch
„ihn? Wir haben geglaubt und erkannt, dass er
„ist der Sohn des lebendigen Gottes. Wer ihn
„kennet, der kennet den Vater ; wer ihn siehet,
„der siehet den Vater. Wir sollen ihn also ehren,
„wie wir den Vater ehren. Wer den Sohn nicht
„ehret, der ehret den Vater nicht, der ihn ge-
„sandt hat. Joh. 6, 69. 14, 7. 9. 5, 23. \Vas
„wird uns vom ehemaligen und itzigen Leben Je-
„su Christi in der heil. Schrift berichtet? Ob er
„wohl in göttlicher Gestalt war •— —• 2U1- Ehre
„Gottes des Vaters. Phil. 2, 6 — u. Warum
„starb er am Kreutze ? Er ist um unsrer Sünde
„wilen u. s. w. Röm. 4, 2y. War er also kein
„Sünder? Nein, wir wißen, dass er ist erschie-
„nen — in ihm. 1 joh. 3, y. Warum gieng
„denn Gott mit ihm u m, wie mit einem Sünder,
„der den Tod verdiene t hat? Gott hat den, der
„von keiner Sünde wus ste — •— die vor Gott mit.
„2 Cor. 5, 21, Könne n wir uns also sicher dar-
•1 aus
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