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Supplemente

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zur

allgemeinen
LITERATUR-ZEITUNG

vom Jahre 1786.


ARZENEYGELAIIRTHEIT.
Götti n g en , bey Dietrich: H. A. l^risberg,
Medic. et Anatom. Pros. Ord. etc., Sylloge com-
mentationum anatomicarum I. de membrana-
rum ac involucrorum continuationibus ; * II.
de nervis arterias venasque comitantibus et
III. de nervis pharyngis. 1786. 92 S. 4. ( 8
gr-)
D;e erste Abhandlung schränkt sich auf dieFort-
sätze und Verlängerungen der Membranen
und Decken des menschlichen Körpers ein, in so
fern dieselben theils noch nicht völlig gewils für
solche können angenommen werden, theils aber
ganz sicher und ohne allen Zweisel als solche anzu-
sehen sind. Die Decken und Hüllen der Theile des
menschlichen Körpers Und entweder allgemeine und
hierzu gehört die Haut, gewissermassen die harte
und weiche Hirnhaut, das Brüll-und Bauchfell,
oder sie sind besondere und eigenthümliche , wozu
die Häute des Gehirns, der Augen, der Milz,
der Nieren, Hoden und das an verschiedenenKno-
chen so sehr verschiedene Knochenhäutchen mus-
sen gerechnet werden. Alle diese lind wahre Menu
branen und Umhüllungen ; unächte aber sind die
musculosen Häute der Gedärme, derUrinblase und
Gallenblase, der Saamenblässchen, der häutigen Ge-
bärmutter einiger Thiere und die aus dem Zellge-
webe zusammengesetzten Membranen der Drüsen
und anderer Theile ; jedoch können unter die
Klasse der letztem die sehnichten Häute, welche
an verschiedenen Stellen dieMuskeln decken, nicht
gerechnet werden. (Ganz recht sagt der gelehrte Vf.,
dass die sehnichte Kopfhülle nicht bloss eine Fort-
setzung der Stirnmuskeln und der Hinterhaupts-
muskeln sey ; die Verlängerungen derselben
über den Schlafbeinmüskel bis °an das Joch,
und die Verbindung derselben mit verschiede-
nen Muskeln, die vom Hinterhaupte herabwärts
steigen, beweisen dieses deutlich.) Das Knochen-
häutchen der Augenhöle itt eben so wenig eine
V erlängerung der harten Hirnhaut, als die undurch-
sichtige Hör..haut der Augen; so kann man auch
nicht lagen , dass die Gefässhaut eine Verlängerung
A. L. Z. 1736. Supplementband.

der weichen’ Hirnhaut sey. (Auch Heister, Wins-
low und Haller glaubten dieses nicht und Recens.
hat selbst bey unternommener Zergliederung der
Augen wahrgenommen, dass immer die Gefässhaut
des Auges stärker und fetter gewesen als die schlei-
michte Netzhaut des Sehenerven. ) Die harte Hirn-
haut hat man lange ganz falsch als das innere Kno-
chenhäutchen der Knochen des Hirnschädels ange-
sehen; diese haben ihr inneres Häutchen zwischen
ihren Tafeln, wo solches wiegen ihres zellichten
innern Raues nöthig itt (undzwar um so viel mehr,
da diese innere Membran vorzüglich zum Behuf
der Gesässe dienet, von welchen das Knochenmark
abgesondert wird.) Aus gleiche Weise haben die Kno-
chen , die Nieren, die Milz, die Hoden und Neben-
hoden ihre eignen Bedeckungen. Dagegen werden
viele Theile in den drey grossen Holen von den
in denselben ausgespannten Membranen entweder
ganz oder von verschiedenen Seiten umgeben und
bedecket. Die harte Hirnhaut bekleidet alle Ner-
ven, die aus dem Hirnschädel und dem Canal der
Wirbelbeine herausgehen, und giebt ihnen ihre
Scheide, die sie bey ihrem Fortgänge mitsichfort-
nehmen. (Sollte es nicht belser seyn, wenn man
nach Zinns Angabe sagte, dass bloss Zellgewebe
die Nerven in ihrem "Fortgänge umwickelte und
sich tiefer zwischen die Nervensäden einsenkete ? —)
Die innern Drosselblutadern werden nicht von der
Hirnhaut umhüllet. Bey der Beschreibung des Brutt-
fells und dessen Verlängerungen , insonderheit des
vordem und hintern Mittelfells, itt der Vers. der
Huberischen grösstentheils gefolget. (Es ist be-
kannt , dass dieser Zergliederer ein doppeltes Brutt-
fell behauptete, davon ein jedes seinen Lungen-
sack bildete, der von dem andern ganz unterschie-
den itt und keine Gemeinschaft mit ihm hat.) Die
äussere Membran des Herzbeutels entliehet von dem
Brustsell. (Dieses itt von dem zellichten Gewebe
des Brustfells zu verliehen, welches sich zwilchen
der eigentlichen Haut des Herzbeutels und dem
Lungensacke befindet, und auf jeder Seite den
Zwergteilsnerven, der zwischen innen liegt, um»
giebt.) Merkwürdig sind die Bemerkungen , wel-
che der Vers. theils von Ausweichung verschiede-
R ner
 
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