Allgemeine Literaturzeitung: Supplemente zur allgemeinen Literatur-Zeitung — 1786/​1787

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und eines Maki, nach D'aubenton gewidmet; Die
vierte Tafel stellt die innere und äussere Seite der
Grundssäche des Schädels des Saiou, die äussere
Seite des Schädels des Gynocephalus, dessen Schlaf-
bein , von der Schädelhöhle anzusehen, und einen
Affenunterkieffer vor, Die Fünste vergleicht ein
menfchliches Becken, ein Affenbecken, stellt ferner
den Atlas von oben das (ech^QHalswirbelbein und ein
Lendenwirbelbein dar, alles vom Assenficelet. Wir
wiinschen dem geschickten Vf. Musse und hinrei-
chende Unterstützuog von Seiten des Publicums,
um dieses nützliche Werk bald ganz zu vollenden,
OEKONOMIE.
Wien u« Leipzig, b. Stahel: Johann Anton
Scopoli’s, d. Weltweish. u. Arzneik. Doft. etc.
Abhandlung von. den Bienen und ihrer Pssege. —■
Aus dem Lateinischen übersetzt, und mit einem
Anhänge von dem vielfachen Nutzen der
Bienenzucht, dann einigen praktischen
Anmerkungen versehen , von Karl Freyh, v-
Meidinger> röm. kaiserl. Secretär, etc. 1787.
131- S. 8, (6 Gr.).
Hr. S. hatte in seiner Abhandlung sseh 2 Haupt-
gegenstände vorzüglich auszuführen vorgenom-
men , nämlich die Eintheilung der Bienen in ver-
schiedene Geschlechter, und dann von der Bie-
nenpssege im Herzogthum Krain dasjenige zu be-
schreiben, was er in seinen botanischen Excursio-
nen hie und da beobachtet. Er hat 3 Geschlech-
ter, und zwar nach der Bildung des Mundes fest-
gesetzt. 1) das Schönhorn. QEuceraf hat 4 Flü-
gel, einen Stachel und einen Saugrüssel, welcher
besteht: 1) Aus einen zugespitzten Mittelröhr-
chen; 2) Aus 2 am Rande glatten Bürsten, die
kürzer als das Röhrchen sind ; 3) Aus 2 zusam-
mengehenden, zugespitzten, glatten Klappen ; und
4) aus 2 Blättern , die besagte Organen beschü-
tzen , am Ende zufammengehen, und daselbst ei-
nen borstigen Fühler herausstrecken. Unter die-
fem Geschlecht find 3 Arten nach ihren Kennzei-
chen beschrieben, die wir nur nach ihren Namen
anzeigen: Langhorniges Schönhorn, (Eucera lon-
gicornis). Hussattigfchönhorn, (Euc. furfuris
equa), Krummhorniges Schönh- (Euc. curvicor-
nis. ) — 2) Die Biene, (Apis). Ein Insess mit
4 Flügeln , einem Stachel und einem Saugrüssel,
welcher besteht: l) Aus einem Mittelröhrchen:
2) Aus 2 Klappen, kürzer als das Röhrchen:
3) Aus 2 die Fühler tragenden Platten. Die Ar-
ten: Steinbiene, (Apis lapidaria), Gartenbiene,
(Ap. hortorum), Erdbiene, (Ap. terrestris,) Vio-
lette Biene, (Ap. violacea', Moosbiene, sAp. Hyp-
norum), Hugelbiene (Ap. collina), Flügelförmi-
ge B. (Ap. museiformis), Trauerbiene. (Ap. lu-
stuosa), Ausartende B ( Ap. degener), JVespen-
sörmige B. (Ap, vespisormis), Hurtige B. (Ap. agi-
lissima), Russsärbige B. (Ap. fuliginosa), Früh-
zeitige B., (Ap«. praecox ) > Centumkelbleite > ( Ap.

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centumciilaris ) , Wachsbiene, ( Ap. cerisera ) Nur
diese allein baut Wachsssaren, Honig aber san rn-
len auch andere ein. Sie ist daher die einzige,
d'e von uns mit allem Fieiss gepsseget wird. Im-
nuttelst ist es noch zu verssuchen, ob es nicht der
Mühe werth wäre, uns auch andrer Bienenarten,
wie dieser zu bemächtigen. Der Honig der Erd-
biene schmeckt z. B. piquanter, als unser gemei-
ner Honig, und es fehlt dieser vielleicht nicht
daran, wenn unsre Wachsbienen in Missiahren.
nichts eintragen können, Rec. erinnert sich, dass
ihm in dergleichen sahren zweymal von seinen
Schnittern Erdbienenhonig in Taseln gebracht
worden, die sie auf Wiesen in der Erde gefunden
hatten. 3) Die Schwärmbiene, (Nomada). Ein
Infekt mit 4 Flügeln, einem Stachel und einem
Saugrüssel, welcher besteht: Aus einem Röhr-
chen, und 2) Aus 2 Klappen, die unter der
Spitze den Fühler tragen. Arten: Uferschwärrm
biene,, ( Nom. riparia ), Ausgefchürzte Schwärm-
biene, (Nom. succincta), Unsaubere Schwärmbiene,
( Nom. squalida), Röthliche Schwb. (Nom. rufe-
seens), Rothhörnige Shwb. (Nom. ruficornis),
Ranunkelfchwb., (Nom. Ranunculi), Frühzeitige
Schwb-, (Nom. praecox), Langnafige Schwb. (Nom.
nasuta). Andere, iu der Entomologia Carniolica,
angeführte Arten sind hier weggelassen worden,
weil sich der Bau des Saugrüssels an den trocknen
Exemplarien nicht unterluchen lasse, Welcher
Art von Lesern mag nun wohl der Uebersetzer
dieses Werks haben dienen wollen? Nicht dem
Entomologen, weil dieser die Sprache der Gelehr-
ten verliehen musss. Also Bienenwirthen , die es
sind, oder werden wollen ; für beyde aber ist der
Zweck nicht erreichet. Denn Hr. S. hat nur das
von der Pssege der Wachsbiene niedergeschrieben,
was er bey seinen botanischen Excursionen gleich-
sam nur im Vorbeygehen hie und da gesehen und
gehöret. Also kein System , wozu ihm auch die
Bienenpssege in Krain gar nicht die Hand bieten
konnte , weil sie noch nicht aus ihrer Kindheit
heraus ist , wie Rec, bey ieder Beobachtung des
Hrn. Scopoli, deren 17 an der Zahl sind, hinläng-
lich beweisen könnte. Was hat nun Hr. v. M.
besage des Titels geleistet? Dem Meiller in der
Bienenwirthschaft hat er nichts Neues, dem An-
fänger, aus den er sein Augenmerk hätte richten
sollen, in gewißer Absicht zu wenig, in andrer
zu viel, und das erstere dazu nicht ganz richtig
gesagt. — Zuviel ist dem Lehrlinge von dem
vielfachen Nutzen der Bienenzucht getagt. Hat
der Lehrling schon sonst gelesen > so hat er das
alles und mehr schon gewusst, als ihm hier
gesagt wird. Ist er aber bloss von der geringem
Klasse, so muntert ihm das nicht auf, Bienen zu
halten. Diesem musse gesagt werden, was er
iahrlich bey einer wohlverstandenen Bienenpssege
gewinnen und dadurch seine Einkünfte vermeh-
ren könne. — Zu wenig wird dem Lehrlinge
von der Bienenzucht gesagt in dem, was von Schi-
rach

SVPPLEMENTE
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