Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

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4 KREIS LÖRRACH.

steinen (Fig. i). Vor dem Gebäude steht noch die steinerne, kreisrunde Einfassung eines
Ziehbrunnens mit Gesimsprofilen und Ansätzen für 2 Pfosten. Die Höhe der Ein-
fassung beträgt 1,00 m, ihr Durchmesser 1,80 m.

Am Wirthshaus 'zur Sonne' ein schöner, schmiedeisemer Aushängeschild aus der
Barockzeit. (D.)

BLANSINGEN

Schreibweisen: erw. 1113, 1179 f. villa 1277; Plansingen ad a. 1094 Not. fund,
mon. s. Georgii u. s.f.

Litteratur: Fecht Sdw. Schwarzw. II 301.

Prähistorische Funde: Steinwerkzeuge.
a Römische Reste: Scherben und Reste von terra sigillata nebst Thonformen zu

solchen (auf dem Mauernfelde; ZO. NF. n 238).

Die städtische Alterthümer-Sammlung in Freiburg bewahrt von einem in der Nähe
von Bl. gelegenen'Mauernfeld' 9 Stück römischer Thongefasse von terra sigillata;
es wurde hier auch römisches Mauerwerk nachgewiesen. (W.)

Die Freiburger Universitäts-Sammlung besitzt aus der Gegend ein besonders schönes
Steinbeil aus Nephrit. (W.) Vergi. Bissinger Nr. 72.

Alte Häuser: Nr. 75 und 76 (beim Eintritt in den Ort), Rococo 173S (J.), ehe-
maliger Brödlinshof, jetzt Gasthaus zum Römischen Hof, zu welchem Nr. 76
(ehemaliges Scolösschen) als Dependenz gehört Holzlaube. An der Rückseite Tafel
mit deutschem Segensspruch(i8. Jh.). Kleiner Eisenverschluss mit gutem spg. Muster.
Neben Nr. 25 das alte Pfarrwittenstift, überarbeiteter Bau des 15. bis r6. Jhs.,
oben mit altern Mauerschlitzen.

Haus mit rundbogiger Thüre 1621, am Schopf 1766 und 1758.

Kirche (ausserhalb des Ortes; arch ipresby ter Gerungus deBlansingin 1130; ecclesia
Blansingin 1173 *-)> spätgothischer Bau, angeblich von 149T. TJeber dem Westeingang
steht der dreistöckige Thurm mit Satteldach, der im dritten Stockwerk grosse zweitheilige
Fenster mit Mittelpfesten und FiscMOasenmasswerk hat; im zweiten und ersten Stock
schmale Schlitze. Eingangsthüre mit F-selsrücken und übergreifendem Stabwerk, gedrehten
Säulenfüsseri. In der Thüre Rest einer Inschrift: 109 \- Die Thurmhalle hat ein gutes
Netzgewölbe, dessen Rippen der Wand entsteigen; keine Schlusssteine. Das einschiffige
Langhaus ist flachgedeckt, hat einfache, ungetheilte spitzbogige Fenster; ebenso ist der
aus drei Seiten des Achtecks geschlossene Chor flachgedeckt. Der breite Chorbogen ist
spitzbogig, doch zeigen die Abschrägungen des Simses (Platte mit Schräge) eine ältere
Zeit an. Ueber der spitzbogigen Sakristei thüre das badische Wappen ; die Sakristei ist
abgebrochen.

Im Chor Gedenkstein (mit Rococoumrahmung) des Pfarrers johann Spîesen,
st. 1687.

Desgl. der Juliane Sophie von Rottberg, geb. vonRottwend, st. 1689.
Allianzwappen.

Desgl. der Anna Susanna Elisabeth von Rottberg, geb. Freiin von
und zu Cronneck-Stahringen, st. 1714. Ein Eegräbniss der Frau Obermarsch all in
von Rotberg, 1763 und Act. d. GLA. erwähnt, scheint aber nicht erhalten zu sein.
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