Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Seite: 65
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AUGGEN

Schreibweisen: Villa Ongheim 1048 (WUB. I 271); Ucheîmii47; Ocheira 1173 f.

Litteratur: Martini Diöz. Miillh. I 88; Fecht Amtsbez. Müllh. S. 53.

Eine Ecclesia Ougheim wird seit 1036 erwähnt (Herrgott Gen. Habsb. II 213 f.),
weiter eine Curtis in Ouchheim seit 1155 (hof ze Ögbeim, den man nennet der grefine
hof 1327); duo Fortalicia in Oughein .. . demolita fuerunt ad a. 1272 Matth. NUrnb.
Chron. ed. Studer 10.

Der Ort besass im Mittelalter zwei Burgen (vergi. Poinsignon Die Burgen zu 1
Auggen, ein Beitr. zur Lehensgeschichte des Breisg. Minnesängers Brunnwart v. Auggen,
Schau ins Land XIII 43 f.), von denen die eine (ein Wasserschloss) mitten im Dorfe auf
einer Bodenerhöhung an der Stelle des heutigen Schulhauses (dem jetzt noch sogen.
Schlösslegarten) gelegen war; sie hatte nach Norden eine Befestigung, welche durch einen
erst vor etlichen Jahrzehnten gefüllten Burggraben abgeschlossen war. Die Lage der
andern Burg steht nicht fest, doch ist sie wohl an dem Stadtwege zwischen Auggen und
Neuenburg zu suchen, wo jetzt noch von Zeit zu Zeit Mauerreste zu Tage treten. In
der Ebene gelegen, wird sie auch durch Gräben und Weiher beschirmt gewesen sein.

Die beiden Burgen theilten sich in den Besitz des Dorfes, die erstere hatte die
Grafen von Freiburg-Badenweiler, die letztere die Markgrafen von Hachberg- Hachberg
zu Oberherren; als Dienstmannen sassen in der einen die Edlen Sermenzer, ein Nebenast
der Neuenfels, in der andern die Edelknechte von Oughein (Auggen, erw. seit ri3o),
welche beide Familien auch in Neuenburg a. Rh. eingebürgert waren. Unbekannt ist
jedoch, in welchem der beiden Schlösser die betr. Dienstmannen sassen; Huggle (Gesch.
der Stadt Neuenburg S. 24) weist ohne Beweis den Sermenzern das im Dorf befindliche
Wasserschloss an. Beide Burgen gingen in dem Krieg der Stadt Neuenburg und der
Hachberg gegen die Grafen von Freiburg und Rudolf von Habsburg 1272 bis 1273
unter; über die näheren Umstände vergi. Poinsignon a. a. O.

BADENWEILER

Schreibsveisen: Baden 1028 bis 1365; Badenwiller 1373; ?Wilare 1173.

Litteratur: Merian Topogr. Sueviae FrW. a. M. 1643; Gerbert HSN. II 218,
470, m 350; Maldoner I; Schoepflin Hist. Zar. Bad. I 256, 260, 262, II 262,
VI 239, VII 250; Sachs (passim); Ftissli Die wicht. Städte am Rh., Zur. 1842, I 284
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