Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 5): Die Kunstdenkmäler des Kreises Lörrach — Tübingen u.a., 1901

Seite: 114
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LAUFEN

Schreibweisen : in pago Prisigauhinse ad I,aufin et in eadem marca 820, S. Gall.
ÜB. I 245; Loffin 1185; Löfen 1210; villa de Lofen 1259; I.ouffen 1325 f.

Litteratur: Martini Diöz. Miillh. I 112; Fecht Amtsbez. Müllh. S. 144.

Einen Römerweg findet Mone (Z. X Z03) in dem 1531 urkundlich erwähnten
'Herweg'. In einem Rebstiick gegen Betberg römische Ziegel- und Thonscherben,
Reste von zwei römischen Ziegelöfen (1881). (W.)

Haus J. G. Fekerlin ; spätgothisches Giebelhaus, dessen Kreuzstücke jetzt meist
verschwunden sind. Am Giebel eine Skulptur (Kopf), darunter 169$ |] P S - F G (î),
vom Volk 'Heidekopf' genannt und als Abieiter des Blitzes betrachtet. Andere haben
f6o5 gelesen. Im Innern Kamin mit einer Eichel und dem Datum 1579.

Vor dem Hause an liarockbrunnni mit baüisciiem Wappen an der Säule.

Eine Kirche wird seit dem 12. Jh. erwähnt (Loiffen cum ecclesia 1144; plebanus
in Löfen in decanalu Kiurbadi 1275: eccl. hoffen in decanati! Ntiwenliurg zw. 1360 bis
1370 Lib. marc; ixxlesia ;>riiroc::i:;'iri Liiutïen Co^stantKTi'i- (iioivsis monasterio S. Tnid-
perti in Nigra Silva unita et incorporata 1529 GLA.). Schon früher liatten die Klöster
S. Cyriak von Sulzburg und S. Tmdpert hier Besitzungen [homines s. Cyriaci de Sulzbere
et homines s. Trudpcrti apud Löfen 1210). Der S. Tnidperter Besitz ging durch Kauf
1759 an die Ilen-sHiaft Hademvciler über, wek-hem schon vorher Laufen politisch unter-
stellt war.

Ein freier Dienstadel scheint im 12. Jh. hier existirt zu haben (erwähnt ein
liber homo Manegoldus dictus de Louphin z. 7... 1150 Rot. s. Petr.}.

LIEL

Schreibweise n : Gochs Liehclahe in pago fi ri selige une 952; I.iela in pago Ilrisikenne
972; Liei 1350.

Litteratur: Fecht Amtsbez. Müllh. S. 149; S. Pletscher Bad Liei und seine
Umgebung (Lid) 1886; TJniversallex. des Grossh. Baden, Karlsr. 1843, S. 721 f.

In einem Steinbruch gegen die sogen. K reu müh le hin fand sich *88o im Abraum
ein Bronzebeil. (W.)

Der Ort gehörte zu Guntrams des Reichen Gütern, welche dieser in Folge seiner
Empörung gegen Otto d. Gr. verlor; 952 fiel er an Einsiedeln, 1150 an die Abtei Bein-
weil (Kant. Solothurn), 1426 an die Kaithause zu Basel. Nach 1454 sind die Herren
von Thierstein, dann die Freih. von Baden im Besitz der Kastenvogtei ; nach 1830, wo
letztere ausstarben, erscheinen die Warsberg und Tiinkbeim als Eigen thümer' des
Schlosses. . .

Die dem 9. Jh. angehörende Eintragung der Einsiedl. Hs. 29, f. 1 (Mone Z.XVII
127, 'dedicatio basil, s. Johannis Evangelistae in Lilaha') bezieht sieh demnach auf Liei,
der Ort besass also schon im karolingisehen Zeitalter eine Basilika; daneben wird
erwähnt(eb.) basilica s. l'amhratii martyris in laelaha 9. Jh.; plebanus in I.iela in decanati!
Fiurbach 1275; eccl. I.iela in decanati] Xiiwenburg zw. 1360 bis 1370 Lib. marc.
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